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 |  |  |  | 05. Mai 2005
 |  | | Der Kindergarten ist längst zum Lernort geworden
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|  |  | Kindergärten sind längst keine „Verwahranstalten“ mehr, sondern Lernorte. Dieses Lernen umfasst alle Facetten – von reiner Wissensvermittlung bis hin zu sozialem Lernen. Wir sind der festen Überzeugung, dass sich die Kindergärten der Gemeinde Kall diesem Bildungsauf-trag verpflichtet fühlen und im Rahmen des bisher Üblichen nachkommen.
Es ist Basisaufgabe des Kindergartens, Sprachdefizite, die u.a. zu den schlechten Ergebnissen bei „Schul- und Kindergarten-PISA“ geführt haben, möglichst bald abzubauen. Im Rahmen ihres Bildungsauftrages müssen Kindergärten gezielte Sprachfördermaßnahmen anbieten, um mittelfristig die in den Studien aufgezeigten Missstände abzubauen. Langfristig kann eine Kommune von dieser integrationsfördernden Maßnahme nur profitieren. Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, dass gerade die Vermittlung der deutschen Sprache, die für die Integration in unsere Gesellschaft die notwendige Grundlage darstellt, in Kall als „Nichtaufgabe“ des Kindergartens definiert wird.
Diese von uns beantragten Sprachfördermaßnahmen im Kindergarten sind über die gesamte Zeit der Kindergartenzugehörigkeit zu konzipieren. Sie sind nicht mit den aus Landesmitteln unterstützten Sprachunterricht für unmittelbar vor der Einschulung stehende Kinder mit massiven Sprachschwierigkeiten zu verwechseln.
Um einen kostengünstigen Einstieg in diese wichtige Integrationsaufgabe zu erreichen, schlagen wir vor, dass die mit dieser Aufgabe betraute Person zunächst im Rahmen einer sog. 1-Euro-Arbeitsgelegenheit beginnen könnte. Sie bietet eine gezielte Sprachförderung an verschiedenen gemeindeeigenen Einrichtungen an, d.h. „stundenplanartig“ in Absprache mit den jeweiligen Kindergarten- bzw. Gruppenleitungen. Eine zentrale und kindergartenbezirksübergreifende Förderung an einer an einer Einrichtung in Kall (die diese Aufgabe für die gesamte Gemeinde Kall wahrnehmen könnte) wäre alternativ denkbar, wird aber von der SPD-Fraktion als die deutlich schlechtere Variante (Ghettobildung) nicht favorisiert.
Das Kreisgesundheitsamt verfügt über Möglichkeiten die entsprechenden Defizite in professioneller und standardisierter Form – und damit diskriminierungsfrei – zu erheben. Diese Kompetenz ist bei einer Bedarfsermittlung und zielgenauen Förderung unbedingt einzubinden. Entsprechende Vorgespräche mit den zuständigen Stellen beim Kreis müssen umgehend geführt werden.
Dokumente: Sprachförderung im Kindergarten
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