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 |  |  |  | Düsseldorf, 05. Juli 2005 |
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Studiengebühren führen zu einer bildungspolitischen Fehlsteuerung, da nicht mehr Wissen, Fähigkeiten und Begabungen über den Hochschulzugang entscheiden, sondern Einkommen und ökonomische Stärke. Jede Koppelung von Bildungschancen an materielle Ungleichheiten in der Gesellschaft bewirkt diese Ungleichheit auch in der Bildung und schränkt gleiche Bildungschancen ein. Nicht mehr, sondern weniger Bildungsgerechtigkeit ist die Folge. Dies ist eine Hochschulpolitik, die eher in die Vergangenheit einer Klassengesellschaft weist als in die Zukunft einer demokratischen Wissensgesellschaft.
In Nordrhein-Westfalen sind 73 % der Studierenden zusätzlich zu ihrem Studium erwerbstätig. Durch Studiengebühren gehen Studierende, die BAföG beziehen bzw. nicht über eine gehobene und höhere soziale Herkunft verfügen und ihren Lebensunterhalt durch eigene Erwerbsarbeit sicher stellen müssen, weitere Finanzierungsrisiken ein, die in vielen Fällen von den Betroffenen nicht getragen werden können.
Die Erfahrungen in anderen Ländern zeigen, dass die Effizienz der Hochschulen durch Studiengebühren nicht verbessert wird. Stattdessen dürften sie in Deutschland abschreckend wirken - so wie es in Österreich bereits zu beobachten war.
Dort wurden im Wintersemester 2001 Studiengebühren von 726 Euro jährlich eingeführt. Die Zahl der Studierenden an Universitäten und Kunsthochschulen ging daraufhin im Wintersemester 2001 gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent zurück, die der Ersteinschreibungen um 15 Prozent. Davor hatte es drei Jahre lang Steigerungen der Ersteinschreibungen um jeweils etwa acht Prozent gegeben.
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