Gegen die CDU wurde der Abriss der Asylunterkunft Golbach beschlossen
Ghettobildung soll vermieden werden
Seit Mai 2006 waren bereits mehrfach Ratsentscheidungen gegen die Sammelunterkunft für Asylbewerber in Golbach getroffen worden. Gleichwohl stand bisher kein ausreichender Ausweichwohnraum zur Verfügung, wenn es zu einer Anfrage des Landes bzw. des Bundes nach entsprechendem Wohnraum kommen würde. Außerdem war die Unterbringung der Menschen nach der Räumung des Asylantenunterkunft Golbach im Winter 2005/2006 z.T. mehr als angespannt.
Die vom Sozialausschuss angeregte Überprüfung kommunalen Wohnraumes ergab, dass die Gemeinde Kall in Wahlen über größere Wohnraumreserven verfügt. Diese müssten im Sinne einer rentierlichen Nutzung ohnehin wieder hergerichtet werden. Außerdem kann die obere Etage des Bauhofes im Siemensring als Überbrückungswohnraum (Reserve) genutzt werden.
Die zahlreichen Presseberichte über die Problematik bei der Unterbringung von Asylbewerbern haben offenbar mehr bewirkt als das "Werben" des Bürgermeisters oder gar dessen "persönliche Ansprachen": Es wurden der Gemeinde mehrere Mietwohnungen auf dem freien Wohnungsmarkt in Kall angeboten. Dazu wurde von einem Privatmann aus dem Zentralort die Errichtung von Wohnraum speziell für diese Menschen in Aussicht gestellt.
Der Rat schloss sich den Beratungen aus dem Sozialausschuss insofern an, dass die dezentrale Unterbringung der Asylbewerber nun erste Priorität hat. Dies war übrigens auch von der Kreispolizeibehörde des Landrates als die optimale Unterbringungsform benannt worden. Wenn nun der CDU-Fraktionsvorsitzende Miesseler das konsequente Festhalten an dieser jetzt gefundenen Lösung als "Starrsinn" und die CDU-seitig favorisierte Unterbringung in Golbach als das "Beste für die armen Menschen" bezeichnet, dann ist das wirklich nur mit dem Vergießen "politischer Krokodilstränen" zu vergleichen.
Das Engagement einer Bürgerin aus Broich bei der Betreuung der Asylbewerber wurde von allen Fraktionen hervor gehoben: einstimmmig wurde beschlossen, ihr zukünftig Auslagen für Fahrten etc. zu erstatten.
Lesen Sie dazu auch den Bericht aus dem "Kölner Stadtanzeiger"