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 |  |  |  | Kall, 05. November 2006 |
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Seit über 20 Jahren lebt der gebürtige Pole aus Loben (ehemals Oberschlesien) mit seiner Frau Renate, ebenfalls in Polen geboren, in Deutschland. Er wohnt in Köln und unterrichtet in Steinfeld Musik und Sport. Pchalek leitet Schulorchester, Projektchor und Instrumentalgruppe, spielt Akkordeon, Klavier, Gitarre und Schlagzeug. Sein Musikstudium hat er in Polen an der Uni Kattowitz abgeschlossen. Das Sportstudium in Köln kam hinzu, so dass er danach als Gymnasiallehrer in Steinfeld arbeiten konnte.
"Die Musik hat mir während der ersten Zeit in Deutschland sehr geholfen. Ich sprach kein Wort Deutsch“, erzählt er. Er spielte in verschiedenen Bands - „nicht nur Jazz, sondern auch Karnevalsmusik“ - und verdiente so Geld fürs Studium.
Längst besitzen er und seine Frau die deutsche Staatsbürgerschaft. Die Bindungen zur ehemaligen Heimat sind aber nicht abgebrochen. Dem seit dem 11. Jahrhundert bekannten Marienwallfahrtsort Wambierzyce (ehemals Albendorf in Niederschlesien) gilt seit rund zehn Jahren das Engagement der Pchaleks. Tausende Pilger aus Tschechien, Polen und Deutschland besuchten seit der Wende den Ort.
Im Laufe der Jahre entstanden bei Besuchen der Bewohner des Ortes Albendorf und den Gemeindemitgliedern aus Köln Freundschaften, die dazu beitrugen, die anfangs auf polnischer Seite vorhandene Scheu und das Misstrauen abzubauen. Der Bann war gebrochen, als Kinder aus Albendorf nach Köln eingeladen wurden und dort bei Familien untergebracht waren. Seither wurden die Deutschen sehr gastfreundlich empfangen.
2002 wurde der „Förderverein Albendorf“ gegründet. Seither wird auch versucht, auf menschlicher Ebene zu helfen. „Die Region ist sehr arm, 50 Prozent der Bevölkerung ist arbeitslos“, berichtet Pchalek. Daher seien die Marien-Kapelle und die Basilika nicht gerade im besten Zustand. Inzwischen fließen auch EU-Fördergelder, um die Restaurierung und den Erhalt der Bauten zu finanzieren.
Als Pchalek in Albendorf erfuhr, dass dort der Musiker und Komponist Ignaz Reimann (1820 - 1885) geboren wurde, stellte er bei Nachforschungen fest, dass dieser über 800 kirchliche Musikwerke geschrieben hat. Auch fand er zwei Ur-Ur-Enkelinnen in Berlin, beide über 70-jährig, denen die Musik ihres Urahnen nicht bekannt war. Die Beschäftigung mit dem Musiker wurde Thema einer Dissertation über Reimann. „Ich arbeite noch daran, hoffe aber, im Frühjahr das Rigorosum zu haben.“
Auf Initiative Pchaleks und des Albendorfer Organisten wurde dort ein Ignaz-Reimann-Festival organisiert, das bereits fünf Mal stattfand. „Es war nicht leicht, die Noten seiner Werke ausfindig zu machen“, so Pchalek. Aber auch das gelang ihm: Er trieb sie in Prag, Wien, Breslau und mehreren kleinen Gemeinden auf.
Für sein Engagement um die Versöhnung der Menschen aus Polen, Tschechien und Deutschland - wobei auch die Musik eine sehr große Rolle spielte - ließ ihm jetzt der Bischof eine in Polen besonders hohe Ehrung zuteil werden: Pchalek erhielt eine Medaille in Form eines silbernen Kreuzes, auf dem der polnische Nationalheilige St. Stanislaus dargestellt ist, und eine Urkunde.
Links: Polnische Ehrung für Steinfelder Lehrer
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