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 |  |  |  | Kall, 13. Januar 2007 |
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VON MICA FRANGENBERG, 12.01.07, 16:38h, AKTUALISIERT 12.01.07, 20:52h Die Schulpolitik des Landes Nordrhein-Westfalen führt bei den Schülern zu Widerwillen und Schulangst. Diesen Vorwurf erhebt der Landesverband der Schulpsychologen. „Das neue Gesetz nimmt den Kindern die Lust aufs Lernen“, sagt die Verbandsvorsitzende Hildegard Liermann dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Sie verweist auf das 2006 eingeführte Notensystem schon in der zweiten Klasse und die Vorschrift, dass die Empfehlungen der Klassenlehrer für die weiterführende Schule verbindlichen Charakter haben. Bereits in der vierten Klasse werde die berufliche Laufbahn zementiert. „Dass ihre Kinder zu den Verlieren gehören könnten, beunruhigt viele Eltern sehr“, so Liermann. Auch der Bielefelder Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann kritisiert die neue Gesetzgebung als Schwächung der Eltern. „Die Empfehlung für eine Schulform ist kein Hinweis, sondern eine Einweisung.“ Dabei liege die Prognosesicherheit der Lehrer nur bei 60 Prozent.
Auch bundesweit nimmt der Druck auf Grundschüler zu. „Das Thema spielt eine immer größere Rolle“, sagte der Vorsitzende der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung, Jürgen Detering. Die Selektion nach der vierten Klasse sei viel zu früh: „Die Eltern stehen objektiv unter Druck.“
Das NRW-Schulministerium wies die Kritik zurück. „Es gibt einen deutlich verschärften Leistungsdruck in den Grundschulen“, räumt Ministeriumssprecher Andrej Priboschek ein. Verantwortlich dafür seien aber Pisa-Studie und angespannte Wirtschaftslage, nicht die Politik. „Kinder wollen Noten, Kinder wollen leisten“, sagt Priboschek. Es sei die Aufgabe der Schulen, den Leistungsgedanken positiv aufzunehmen. „Für das Lernklima sind die Lehrer verantwortlich, nicht die Gesetze“, so Priboscheks Kollegin Nina Schmidt.
Links: NRW-Schulpolitik macht Grundschülern Angst
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