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 |  |  |  | 03. Juli 2007
 |  | | Seit diesem Semester heißt es für Studenten in NRW: Zahlen!
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|  |  | Allein die Universität Köln hat ca. 40.000 Studenten, die brav ihre Studiengebühr überwiesen haben. Das macht ein Gesamtvolumen von gut 20 Mio. Euro. Höchste Zeit sich zu fragen, was mit unserem Geld passiert, oder?
1/3 der Einnahmen fließen an die NRW Bank. Die NRW Bank vergibt Studiendarlehen an Studenten, weil das Bafög bei den meisten nicht zum Leben reicht, ein Kredit zu mittelmäßigen Konditionen. Da Studenten aber keine großartigen Sicherheiten haben, müssen diese woanders herkommen. Also bekommt Sie Geld von den Studiengebühren. Allein aus Köln sind das ca. 6,5 Mio. Euro pro Semester.
Soll das gerecht sein? Ist es nicht ein hochgradiges Interesse unserer Gesellschaft jungen Menschen ein Studium zu ermöglichen? Dies kommt schließlich später der Gesellschaft und den Unternehmen zu Gute, wenn Akademiker durch ihr Wissen maßgeblich zu eine Mehrung des gesellschaftlichen Wohlstands beitragen.
Hier ist die Verantwortung der ganzen Gemeinschaft gefordert. Da dürfen sich Unternehmen nicht ausnehmen. Diese profitieren von gut ausgebildeten jungen Leuten, werden aber gleichzeitig vom Staat durch die Senkung der Unternehmenssteuer von gesellschaftlichen Aufgaben entlastet - und dies in Zeiten, in denen die Gewinne im Vergleich zu Einkommen aus abhängiger Beschäftigung nahezu explodieren.
Auch Konservative und Liberale sagen, dass wir eine bessere Ausbildung brauchen. Wir sagen: Ja, wir brauchen eine bessere Ausbildung. Aber für alle! Nicht nur für einen erlesenen Kreis, der nicht primär durch Leistung überzeugt, sondern durch den Geldbeutel der Eltern. Leider sehen so die Zahlen aus, wenn man die Studentenstruktur über die letzten Jahre verfolgt.
Die Wirtschaft hat Stipendien versprochen, doch auch da sprechen die Zahlen eine andere Sprache. Die Zahl der Studienanfänger sinkt, da immer weniger junge Menschen sich ein Studium leisten können. Die Wirtschaft durstet nach Wissenschaftlern und Ingenieuren. Aber statt der Situation durch einen Ausbau der staatlichen Finanzierung von Hochschulen gerecht zu werden, verschärft die schwarz-gelbe NRW-Landesregierung unter Jürgen Rüttgers die Situation weiter, indem Sie die Studiengebühren eingeführt hat.
Jetzt haben wir aber die Studiengebühren seit zwei Semestern! Und was ist passiert? Die Gegenstimmen werden zwischenzeitlich immer leiser, weil andere Themen pressieren. Aber die Realität gibt Ihnen dennoch recht, denn passiert ist nicht wirklich viel. Die Uni Köln wollte den Fakultäten freien Spielraum bei der Verteilung geben. Das Resultat ist, dass die medizinische Fakultät in diesem Semester „kein Cent investiert“ hat. Man sah noch nicht einmal Handlungsbedarf, denn laut den Verantwortlichen „sei die Fakultät ohnehin gut ausgestattet“ (KStA, 27.06.2007). Doch was nun mit dem Geld ist, das weiß keiner so genau. Für uns Jusos ein Skandal!
Das spiegelt sich auch bei den Studenten wieder. Die Akzeptanz der Studiengebühren ist nach wie vor schlecht. „Nach einer Studie der Universität Stuttgart-Hohenheim gehen 71,2 Prozent der Gebührenzahler davon aus, dass sich die Situation trotz der zusätzlichen Mittel nicht verbessert. Nach einer Auswertung von knapp 5000 Interviews an allen 48 Universitäten mit Studiengebühren lehnen 60 Prozent der zahlenden Studierenden die Gebühren weiterhin ab, und nur 14,8 Prozent konnten bereits spürbare Verbesserungen im Sommersemester feststellen“.
Dies ist ein Armutszeugnis für die Universitäten und die NRW Landesregierung! Fest steht: Das Studiengebührenmodell in NRW ist bereits jetzt ein Auslaufmodell! Dies belegt die sinkende Zahl an Studienanfängern und zeitverzögert die sinkende Zahl an Abschlüssen, sowie die immer größer werdenden Ungleichgewichtung der sozialen Herkunft der Studenten.
Kölner Stadt-Anzeiger: Medizinische Fakultät ließ die Semesterbeiträge versickern! (27.06.)
Rheinische Post: Studiengebühren nutzen nichts! (28.06.)
Jusos Euskirchen: Wir können das besser!
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