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 |  |  |  | Kall, 17. September 2007 |
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Umso wichtiger ist es, sich Klarheit über die Ziele frühkindlicher Bildung zu verschaffen. 2010 soll es in NRW 70 000 neue Betreuungsplätze für unter Dreijährige geben. Die geplante Pro-Kopf-Bezuschussung bleibt weit unter dem Bedarf und verschlechtert die finanzielle Situation der Kitas dramatisch. Die Gruppenpauschale in ihrer heutigen Form gibt ihnen mehr Planungssicherheit - und den Kindern die Möglichkeit, weiter in kleineren Gruppen betreut zu werden.
Bevor genaue Summen zum Kita-Ausbau festgelegt werden, sollte die Praxis zeigen, wie hoch genau der Bedarf ist. Schließlich könnte die Wahlfreiheit dazu führen, dass die Öffnungszeiten ausgeweitet werden müssen. Dann wären mehr Personal und mehr Geld nötig, wenn die Betreuungsstandards nicht unverantwortlich sinken sollen.
Auch die geplante Erhöhung der Elternbeiträge muss vom Tisch. Spitzensätze von mehr als 400 Euro monatlich wären sonst keine Seltenheit. Sollten sich Besserverdienende dann entscheiden, ein paar Euro draufzulegen und dafür ein Au-pair-Mädchen zu engagieren, brächen dem System die finanziellen Stützen weg. Kitas würden zu schlecht ausgestatteten Verwahranstalten für Verliererkinder.
Eine Steigerung der Elternbeiträge ist zudem unvereinbar mit den Bemühungen um Wahlfreiheit. Erwerbstätige Mütter tragen im Durchschnitt gerade einmal 200 Euro mehr zum Familieneinkommen bei als Mütter, die zu Hause bleiben. Vorschläge, die dieses schmale Plus weiter drücken, gehören nicht in ein Gesetz aus dem 21. Jahrhundert, das sich brüstet, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern.
Wenn „Kibiz“ - wie behauptet - den Schritt von frühkindlicher Betreuung zu Bildung gehen will, darf nicht nur die Vervielfachung der Plätze im Vordergrund stehen. Das Gesetz muss Fachpersonal in ausreichender Zahl für überschaubare Gruppengrößen gewährleisten. Die Regierung sollte nur so viele neue Plätze versprechen, wie sie sich auch leisten kann.
fm.claudia.lehnen@mds.de
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