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 |  |  |  | Kall, 13. November 2007
 |  | | SPD will die Gemeinschaftsschule - mit "Einheitsschule" hat das nichts zu tun
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|  |  | | PISA hats gezeigt: Länger gemeinsam lernen ist besser!
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|  |  | VON WILFRIED GOEBELS, 12.11.07, 20:22h DÜSSELDORF. Mit der Forderung nach einem Kurswechsel in der NRW-Schulpolitik hat die FDP ihren Koalitionspartner CDU in schwere Bedrängnis gebracht. FDP-Landeschef Andreas Pinkwart plädierte für eine „regionale Mittelschule“ aus Haupt-, Gesamt- und Realschule unter einem Dach. Dabei müsse auch ein „zumindest teilweiser gemeinsamer Unterricht“ erwogen werden.
Zwar lehnen die Liberalen SPD-Forderungen nach einer „Einheitsschule“ für alle ab. Vielmehr sollen die Grundschule und das auf ein Studium ausgerichtete Gymnasium in heutiger Form erhalten bleiben. Trotzdem rückt Pinkwart vom dreigliedrigen Schulsystem ab. Angesichts der stark sinkenden Schülerzahlen sei die bisherige Schulstruktur vor allem in ländlichen Gemeinden kaum aufrecht zu erhalten. Deshalb fordert die FDP ein Ende des „ideologischen Grabenkriegs“. „Wir suchen passgenaue Lösungen in den Regionen“, sagte er. Dabei müsse NRW auch integrative Schulformen prüfen.
Mit dem Vorstoß hat die NRW-FDP die Schuldebatte neu entfacht. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) lehnt integrative Systeme weiter kategorisch ab und setzt im dreigliedrigen Schulsystem auf die Stärkung der Hauptschule. „Pinkwart isoliert Rüttgers“, betonte Grünen-Fraktionschefin Sylvia Löhrmann. Laut einer Infratest-Umfrage sind derzeit 64 Prozent der NRW-Bürger unzufrieden mit der Schulpolitik.
Das 2006 beschlossene neue NRW-Schulgesetz erlaubt es den Trägern, Verbünde von Haupt-, Real- und Gesamtschulen einzurichten. Die FDP geht aber erstmals über organisatorisch-technische Kooperationen hinaus und regt auch eine „pädagogische Verzahnung“ an. Auf einem Innovationskongress will die FDP die Frage Mitte 2008 klären.
FDP-Landeschef Pinkwart will dabei am international anerkannten Gymnasium nicht rütteln lassen. „Probleme haben wir mit anderen Schulformen.“
Pinkwart drängt auf eine Reform der Lehrerausbildung mit der Aufwertung des Grundschullehrers. Die Lehrergewerkschaft VBE begrüßte die „neue Bewegung bei der FDP“. In einem Antrag im Landtag drängt die Grünen-Fraktion auf die Genehmigung einer Gemeinschaftsschule der Gemeinden Horstmar und Schöppingen im Münsterland. Pinkwart lehnt diesen Weg „hin zur Einheitsschule“ weiter ab. Zuvor hatte sich der Minister aber dafür ausgesprochen, „Schulen und Schulträgern die Freiheit zu geben, über eigene Form zu bestimmen“.
http://www.rundschau-online.de/jkr/artikel.jsp?id=1194455369527
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