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 |  |  |  | Kall-Steinfeld, 14. Dezember 2007 |
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STEINFELD. Um die verschwunden Kreuzgangfenster aus dem Kloster Steinfeld ranken sich seit Jahren mystische Geschichten. Sie sind von napoleonischen Soldaten geraubt worden, erzählt eine Geschichte. Eine andere berichtet von englischen Soldaten, die die Fenster als Beutestücke mitgehen ließen. „Alles Unsinn“, kennt Pater Bernhard inzwischen die Wahrheit. Die Lösung ist demnach ganz einfach: Sie wurden schlichtweg verkauft.
Aus Furcht vor räuberischen Soldaten bauten die Patres von Steinfeld die Fenster immer wieder aus, katalogisierten sie und bauten sie später wieder ein, wenn die Gefahr vorüber war. Sie fürchteten nämlich, dass Soldaten in kriegerischen Zeiten auf der Suche nach Blei für ihre Kugeln die Fenster zerschlagen hätten.
1632 listete Pater Prior Latz die Fenster auf. Dazu fertigte er Zeichnungen. Dies geschah 1719 ein zweites Mal durch Heinrich Hochkirchen. Die Skizzen von Prior Latz wurden 1910 im Stadtarchiv von Trier entdeckt, die Aufzeichnungen von Heinrich Hochkirchen 1941 im Staatsarchiv Düsseldorf. Somit erfuhr man im Kloster Steinfeld, wie der Kreuzgang mit seinen bunten Fenstern einmal aussah.
Ein gewisser John Christopher Hampp verkaufte im 18. Jahrhundert im großen Stile Glasgemälde aus Kirchen und Klöster des Rheinlands in England, darunter 38 Steinfelder Scheiben. Die Fenster waren in Kirchen rund um Norwich in vielen kleinen Gotteshäusern und in Disley, Bristol, London und Norfolk eingebaut worden. Inzwischen sind sie im Museum Norfolk beheimatet.
Lange Zeit wussten die Steinfelder nicht, wo ihre Fenster geblieben waren, bis 1907 der Kreuzweingartener Pfarrer Nikola Reinartz durch eine Notiz im Eifelvereinsblatt auf eine Geschichte aufmerksam wurde, die ein englischer Geistergeschichtenschreiber verfasst hatte. Aufgrund der Inschrift „Abbas Steinfeldensis“ in Scheibe XII schloss der Verfasser auf ihre deutsche Herkunft und schrieb eine Geschichte „The Treasure of Abbot Thomas“, die im Kloster Steinfeld spielt und von einem verborgenen Schatz handelt. Diese Geschichte las der Kreuzweingartener Pfarrer.
Bei einem Besuch in England stellte Pfarrer Nikola Reinartz dann die Verbindung zwischen dem Kloster und den Fenstern her. Die Fenster im Steinfelder Kreuzgang wurden Anfang des 16. Jahrhunderts von einem Kölner Glasmacher hergestellt. Aufgrund der Ähnlichkeit mit den Fenstern des Klosters Mariawald wird vermutet, das beide vom gleichen Hersteller stammen. Die Fenster dienten damals den Ordensbrüdern zur Inspiration und dem „gemeinen Volk“ als Bilderbibel.
Heute gibts die Fenster wieder. Man kann sie als Kalender kaufen. Dieser ist in zwei Größen erhältlich. Die kleinere Version kostet 10 Euro, die größere Ausgabe 16 Euro.
Den Kalender gibts im Kloster Steinfeld an der Pforte und in den Buchhandlungen Pavlik und bei De la Motte in Kall.
Links: F.A. Heinen im Kölner Stadtanzeiger mit Online-Photos Phostos von Steinfelder Glasfenster Stadtanzeiger-Bericht
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