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Pressespiegel:
Kall, 06. Februar 2008
Reiner Züll im Kölner Stadt-Anzeiger
SPD will Familien fördern, die in der Gemeinde bauen oder Wohnraum kaufen wollen
Die demographische Entwicklung hinterlässt erste Bremsspuren

Familien mit Kindern sollen nach den SPD-Vorschlägen vielfältig gefördert werden
Ihr Mann für Sistig/Frohnrath
Karl Vermöhlen erläuterte SPD Vorschläge
Bei der Beratung der Etat-Vorlage und diverser Änderungsanträge der Parteien hatte die SPD-Fraktion die Einführung einer „Kaller Eigenheimzulage“ beantragt. Die Gemeinde solle dafür einen Haushaltsansatz von 100 000 Euro schaffen. Nach dem Willen der Sozialdemokraten sollen neu errichtete Eigenheime und auch der Kauf von vorhandenen Häusern zur Eigennutzung mit 4000 Euro je Kind bis zu einer Höchstgrenze von 16 000 Euro gefördert werden.

Als soziale Komponente, so Vermöhlen, solle bei der Eigenheimzulage eine Einkommensgrenze von 80 000 Euro zugrunde gelegt werden, die sich für jedes Kind um 10 000 Euro erhöht. Um Aufwand und Wirksamkeit zu bewerten, solle das Programm zunächst zeitlich begrenzt werden.

„Der Antrag ist von der Sache diskussionswürdig, aus finanziellen Gründen jedoch eher abzulehnen“, lautete in der Sitzung die Stellungnahme der Verwaltung. Karl Vermöhlen war da anderer Meinung: Die Gemeinde Kall müsse ihr Ausgabeverhalten in die Richtung lenken, zukunftsträchtigen Vorhaben eine Chance zu geben. In Kall habe man noch die finanzielle Möglichkeit, „sich zu bewegen und einem negativen Trend entgegenzuwirken“, so der Sozialexperte.

Man dürfe nicht die Augen vor der Tatsache verschließen, dass sich auch die Gemeinde Kall im Konkurrenzkampf mit anderen Kommunen befinde. Im vergangenen Jahr habe man in der Gemeinde Kall einen Rückgang von 100 Einwohnern zu verzeichnen gehabt, berichtete Vermöhlen.

Ebenso dramatisch sei der Rückgang der Schülerzahl an der Hauptschule: Sie sei um sage und schreibe 16 Prozent in den Keller gesackt. Hier gehöre Kall zu den „Spitzenreitern“. Der SPD-Ratsherr appellierte an den Ausschuss, sofort zu handeln: „Wir können nicht darauf hoffen, dass nach uns einer kommt, der uns die Kinder macht.“

100 000 Euro seien viel Geld, dass man an anderer Stelle besser brauchen könne, hieß es bei der CDU. Für die Einrichtung der zukünftigen Ganztagshauptschule kämen erhebliche finanzielle Anstrengungen auf die Kommune zu. Hans-Peter Pütz (CDU) hielt es deshalb für sinnvoller, das Geld in die Verbesserung der Infrastruktur, zum Beispiel Kindergärten, zu stecken.

„Was nützen uns die besten Kindergärten, wenn keine Kinder da sind, die sie besuchen“, warf SPD-Sprecher Erhard Sohn in die Debatte ein. „Die Idee und das Ziele sind okay“, resümierte FDP-Sprecher Dr. Manfred Wolter, der den Antrag nicht direkt beschließen, aber auch nicht ablehnen wollte. Man solle den Antrag der SPD bis zur nächsten Ratssitzung zurückstellen und noch einmal in den Fraktionen überdenken. Diesem Wunsch kam der Ausschuss nach.


http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1201184440881

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