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 |  |  |  | Kall, 15. Februar 2008
 |  | | Erhard Sohn verstand die Welt nicht mehr....
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|  |  | Monika Liebeler in der Rundschau: http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1201191990990.shtml KALL. Das „moderne Grenzlandstadion“ in Kall ist gestorben. Der Sportplatzausbau zum Kunstrasenplatz mit Laufbahn ist am Dienstag vom Rat abgeschmettert worden. Denkbar knapp mit 14 Pro- , 14 Kontrastimmen und einer Enthaltung wurde der Antrag abgelehnt. „Wir hätten etwas Sinnvolles machen können und jetzt ist etwas Unsinniges dabei herausgekommen“, so SPD-Sprecher Erhard Sohn, der seine Enttäuschung über die Entscheidung nicht verhehlen konnte.
„Vor dem Hintergrund, dass der Bauausschuss und der Haupt- und Finanzausschuss mehrheitlich für diese Lösung stimmten, ist die Entscheidung nicht nachvollziehbar“, so Sohn weiter. Die Fraktionen planten einen Runden Tisch, an dem Schulen und Vereine mit den Politikern über die Finanzierung diskutieren sollten.
„Wir wollten den großen Haushaltsansatz von 845 000 Euro, damit wir viele Möglichkeiten offen hatten“, erklärte Sohn die Strategie, der auch viele CDU-Mitglieder in den Ausschüssen zugestimmt hätten. Jetzt wird der Sportplatz für 173 000 Euro saniert. Allerdings deutet sich mit dieser Lösung bereits einiger Ärger an. Denn bei der Sanierung wird das starke Gefälle von 1,10 Meter nicht beseitigt. „Dafür bekommen wir laut Landschaftsarchitekten Reepel von keiner Firma eine Gewährleistung“, befürchtet Erhard Sohn.
Der Platz und vor allem die Laufbahn seien nach den schweren Regenfällen und Überflutungen im September vergangenen Jahres stark beschädigt worden, sagte Sohn. Es sei fraglich, inwieweit die Summe auch diese Reparaturen abdecke.
CDU-Fraktionschef erklärte gestern auf Nachfrage der Rundschau, dass die CDU auf keinen Fall gegen dieses Projekt sei. Allerdings müsse ein ausgereiftes Konzept vorliegen. „In diesem Jahr haben wir so viele Investitionen vor der Brust, dass wir dieses Projekt nicht schultern können“, so sein Einwand.
Toni Mießeler erklärte weiter: „Nur weil es uns finanziell etwas besser geht, können wir nicht solche Summen ausgeben. Wir verwalten das Geld der Bürger. Wir müssen Schulden abbauen.“
Der CDU-Fraktionsvorsitzende schließt aber nicht aus, dass Kall in einigen Jahren in der Lage sein wird, den Ausbau vorzunehmen. „Natürlich wäre es wünschenswert, so ein Renommierprojekt zu verwirklichen. Aber es muss auch bezahlbar sein“, sagte Mießeler. Jetzt hätten alle Fraktionen des Kaller Rats Zeit, sich über ein schlüssiges Konzept und mögliche Sponsoren für eine große Lösung in der Zukunft Gedanken zu machen.
Reiner Züll im Stadt-Anzeiger: http://www.ksta.de/html/artikel/1202761009139.shtml
Kall - Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Erhard Sohn, war empört über das Abstimmungsergebnis und vor allem über das Verhalten der CDU-Ratsmitglieder aus dem Zentralort Kall. In der Haushaltsberatung des Gemeinderates am Dienstagabend hatten auch sie gegen den Antrag der SPD gestimmt, im Etat 2008 einen Betrag von rund 850 000 Euro für den Umbau des Aschenplatzes im Kaller Grenzlandstadion in einen modernen Platz mit Kunststoffrasen und Kunststofflaufbahn bereitzustellen.
Dabei hatten sich zuvor sowohl im Planungsausschuss und auch im Hauptausschuss alle Fraktionen dafür ausgesprochen, das Geld im Haushalt bereitzustellen. Man wollte sich allerdings mit Schulen, Vereinen und eventuellen Sponsoren zusammensetzen, um Nutzung- und Finanzierungskonzepte zu erstellen. Außerdem hätte sich die Kommune mit der Bereitstellung des Geldes die Option alternativer Platzsanierungen offen gehalten. Umso verärgerter war Erhard Sohn nach dem Votum am Dienstag im Rat.
In der Abstimmung kam es bei 14 Ja-Stimmen von SPD und FDP sowie 14 Nein-Stimmen von CDU und Grünen zum Patt, so dass der Antrag als abgelehnt galt. Damit haben sich die großen Hoffnungen der Kaller, bald eine moderne Sportanlage zu besitzen, endgültig in Luft aufgelöst. Statt dessen wird der jetzige Tennenplatz, der ein Diagonalgefälle von immerhin 1,10 Meter aufweist, lediglich für 173 000 Euro saniert - ohne Beseitigung des Gefälles und ohne Sanierung der Laufbahn. Abgelehnt wurde auch der Bau einer Flutlichtanlage am Rasenplatz in Kall.
In der Etatrede der SPD hatte Karl Vermöhlen noch einmal die Gründe dargelegt, warum Kall eine moderne Sportstätte braucht: Kunstrasen sei eine dauerhafte Lösung, die Sportvereine wettbewerbsfähig mache. Eine Kunststofflaufbahn komme vorrangig dem Schulsport zugute, der nach Meinung vieler Experten zu sehr vernachlässigt werde. Eine moderne Anlage sei auch von Vorteil, wenn es um die Sicherung von Kall als Schulstandort gehe.
„Natürlich muss sich das auch alles rechnen“, meinte Vermöhlen. Deshalb gelte es, zusätzliche Finanzierungsquellen zu erschließen. Darüber sei mit den Verantwortlichen des KSC gesprochen werden. Ein Nutzungsplan für alle gemeindeeigenen Sportplätze sei unerlässlich, denn, so Vermöhlen, „wir leisten uns immerhin pro 1200 Bürger einen Sportplatz“.
Grünen-Sprecher Horst Thiesen sprach sich gegen die moderne Ablage aus: „Auch wir wollen den Vereinen gute Spielbedingungen schaffen und sind der Überzeugung, dies auch mit der um 677 000 Euro preiswerteren Sanierung des Aschenplatzes zu erreichen.“ Die Haushaltslage lasse eine großzügige Lösung nicht zu.
Finanzielle Grenzen
Die CDU hatte bereits im Fachausschuss Bedenken wegen der Finanzierung einer solch modernen Sportstätte geäußert. Im Rat warf Fraktionssprecher Toni Mießeler der SPD vor, ohne Zögern das Geld mit vollen Händen und ohne Konzept für ein 845 000 Euro teures Projekt auszugeben.
Beim Thema „Kunstrasenplatz“ verfiel auch FDP-Sprecher Dr. Manfred Wolter bei seiner Etatrede nicht in Euphorie, wollte das Vorhaben aber auch nicht einfach abschmettern. Der Aschenplatz müsse dringend saniert werden. Ein Kunstrasenplatz für 850 000 Euro gehe aber an die Grenzen der finanziellen Möglichkeiten. Exklusiv für den KSC sei das Vorhaben unverhältnismäßig. Es müsse ein Konzept für Finanzierung und Nutzung her.
Ungeklärt, so Wolter, sei auch die Frage, welche Anforderungen die benachbarten Schulen an eine Sportstätte für den Ganztagsschulbetrieb stellen. Der Bedarf müsse mit Schulen und Vereinen gemeinsam ermittelt werden. Wolter: „Wünschenswert wäre mittelfristig ein Sportzentrum mit der Konzentration gemeindlicher Sportaktivitäten an dieser Stelle.“ In diese Richtung zielend, solle man den Flächennutzungsplan der Gemeinde Kall ergänzen.
Nach der Abstimmungsniederlage stellte SPD-Sprecher Erhard Sohn fest, dass sich damit der geplante „runde Tisch“ mit Sportlern und Vereinen erübrigt. Es sei bedauerlich, dass die CDU ihre eigenen Beschlüsse in den Fachausschüssen ignoriere. Mit Gelächter quittierten SPD und FDP die abschließende Feststellung von CDU-Sprecher Toni Mießeler: „Wir sind nicht gegen den Kunstrasenplatz, sondern gegen die Art, wie die SPD diesen Antrag durchzuboxen versucht.“
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