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 |  |  |  | 08. September 2008 |
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Schwielowsee. Hannelore Kraft sieht ein positives Aufbruchsignal. Über den Gemütszustand von Kurt Beck mag die SPD-Chefin von NRW nichts sagen.
Als NRW-Chefin der Sozialdemokraten nahm auch Hannelore Kraft an der SPD-Klausurtagung am Sonntag am brandenburgischen Schwielowsee teil. Nach dem überraschenden Rücktritt von Kurt Beck gab sie der NRZ ein Interview.
NRZ: War das ein schwerer Tag für die SPD, der Ausdruck von Chaos oder ein Signal für die Zukunft?
Hannelore Kraft: Wir haben ein positives Aufbruchsignal gesetzt - wir sind geschlossen und haben einen hervorragenden Kanzlerkandidaten. Das zeigt, dass es nach vorn geht. Wir wollen gewinnen.
NRZ: Aber die Umstände waren anders als geplant. Ist Kurt Beck so verletzt, dass er nur noch hinwerfen wollte?
Kraft: Das müssen Sie Kurt Beck fragen. Ich bedaure es jedenfalls sehr.
NRZ: Wie kann es unter diesen Umständen gelingen, die SPD dem Wähler als Zukunftspartei zu empfehlen?
Kraft: Wir haben die richtigen Themen, zum Beispiel unsere Bildungspolitik und eine Politik für mehr gute Arbeit. Wir sind geschlossen, und wir haben das bessere Personal.
NRZ: Vorgeschlagen wird, mit Franz Müntefering einen Parteivorsitzenden zu wählen, der auch schon mal das Amt plötzlich hingeworfen hat. Wie steht die Partei nun dazu?
Kraft: Franz Müntefering ist ein Mann mit großer Erfahrung und klarer Sprache. Das bringt uns nach vorn.
NRZ: Glauben Sie, dass das auch in der Öffentlichkeit so gesehen wird?
Kraft: Eindeutig ja. Franz Müntefering genießt genauso wie Frank-Walter Steinmeier ein hohes Ansehen in der Öffentlichkeit.
NRZ: Was bedeutet die neue Lage für den Kurs der Partei und das hessische Experiment mit der Linken?
Kraft: Das war überhaupt kein Thema. Es gilt unverändert die Beschlusslage, dass Regierungskoalitionen in den Ländern auch in den Ländern entschieden werden. Für den Bund ist die Sache klar: Unter anderem wegen der Außenpolitik gibt es 2009 keine Zusammenarbeit mit der Partei 'Die Linke'.
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