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 |  |  |  | Kall, 11. September 2008 |
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KREIS EUSKIRCHEN/NONNENBACH - Vehement sprachen sich gestern die Spitzen der großen Naturschutzverbände in Nordrhein-Westfalen gegen den Plan der Landesregierung aus, in der Eifel fast 3000 Hektar Wald an Privatinvestoren zu verkaufen. Zu den betroffenen Flächen gehören viele Naturschutzgebiete. „Sehen Sie zu, dass dieser Wahnsinn gestoppt wird“, appellierte Volker Hoffmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) zu Beginn einer Pressekonferenz im Nonnenbacher Waldcafé Maus an die Landespolitik. Man habe in der Vergangenheit alle möglichen Anstrengungen unternommen, um die Eifel mit dem Nationalpark und den Naturschutzgebieten für Touristen attraktiv zu machen. Diese Bemühungen würden durch den geplanten Verkauf untergraben. Auch die Eifeler Bürger müssten mit Einschränkungen rechnen, so zum Beispiel bei der Versorgung mit Brennholz.
„Uns wurde vom Ministerium mehrfach zugesichert, dass keine großen Flächen, höchstens Splitterbesitz zum Verkauf angeboten wird“, erklärte Paul Krötges, Landesvorsitzender des BUND. Dies sei zuletzt im August geschehen. „Doch plötzlich platzte die Bombe, und die wertvollsten Flächen der Eifel sollen verscherbelt werden.“ Alle Naturschutzverbände seien sich einig, dass man sich gegen diesen „Wortbruch mit allen Mitteln wehren“ müsse. „Es ist Gefahr im Verzug, das Land nimmt den Naturschutz nicht ernst“, so Krötges.
„Der Wald muss in öffentlicher Hand bleiben“, so seine Forderung. Und wenn die Landesregierung den Forst wirklich verkaufen wolle, dann solle sie ihn nicht privaten Investoren anbieten, sondern zum Beispiel der NRW-Stiftung übertragen. Der Naturschützer befürchtete sogar, dass asiatische Investoren, etwa aus dem rohstoffhungrigen China, in der Eifel auf Einkaufstour gehen könnten. „Der Wald ist nicht nur eine lebendige Substanz, er bringt dem Staat auch Gewinne, und Dukatenesel verkauft man nicht.“
„Eine konservative Regierung will nun mit der Tradition des Bewahrens der Schöpfung brechen“, prangerte Josef Tumbrinck, Landesvorsitzender des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), an. Zwar habe das Land auch in der Vergangenheit schon Waldflächen verkauft, doch dabei habe es sich lediglich um Splitterbestände gehandelt. Mit den Erlösen sei dann neuer Wald gekauft worden, überwiegend Schutzflächen. Da es für solche Vorhaben EU-Zuschüsse gebe, seien „durch diese kluge Politik“ unter dem Strich 6000 Hektar Wald dazugekommen.
„Warum wird so viel Wald im Kreis Euskirchen verkauft?“, fragte Tumbrinck. Das Land hoffe wohl darauf, dass Stiftungen ihr Interesse bekundeten. Er selbst habe mit mehreren großen Firmen im Land gesprochen, doch die hätten abgewunken. „Es werden sich Jäger mit viel Geld melden“, so sein Verdacht. Er sei auch sehr skeptisch, dass das Land den Verkauf noch stoppen werde. Er habe aber die Hoffnung und die vage Zusage des Ministers, dass zumindest die Naturschutzgebiete Stromberg und Weyerer Wald nicht verkauft würden.
„Die Vorwürfe der Umweltschutzverbände sind völlig aus der Luft gegriffen“, erklärte auf Nachfrage Markus Fliege, Pressesprecher des NRW-Umweltministeriums. Für die jetzigen Nutzer der Wälder werde sich durch den Verkauf nichts ändern. Die Verpflichtungen des Naturschutzes gingen auf die neuen Eigentümer über und würden im Grundbuch abgesichert. Dieses Vorgehen sei mit dem Bundesamt für Naturschutz abgestimmt. Flieges Schlusswort: „Es bleibt dabei. Alle angebotenen Flächen werden verkauft.“
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