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 |  |  |  | Kall, 09. September 2008
 |  | | Kurt Beck und Uwe Schmitz trafen auf Vogelsang junge Leute zur Diskussion (Photo: K. Vermöhlen)
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|  |  | | Später stellte sich Kurt Beck (re) den Journalisten (li: Helga Kühn-Mengel) (Photo: K. Vermöhlen)
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|  |  | VOGELSANG - Die ehemalige „NS-Ordensburg“ war eine Hochburg des Nationalsozialismus, der die deutsche Sozialdemokratie politisch in Windeseile und mit Gewaltakten kaltstellte. Führende SPD-Politiker wurden inhaftiert und teils misshandelt, sofern ihnen nach der „Machtergreifung“ der Nazis 1933 nicht die Flucht ins Ausland gelang. Gestern besuchte nun mit Kurt Beck erstmals der Spitzenmann der Bundes-SPD und Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz Vogelsang.
Begrüßt wurde der Landesvater aus Mainz von der SPD-Bundestagsabgeordneten Helga Kühn-Mengel, die Beck gemeinsam mit dem SPD-Unterbezirksvorsitzenden Uwe Schmitz aus Kall zu dem Besuch eingeladen hatte.
In das Empfangskomitee reihten sich auch der Schleidener Bürgermeister Ralf Hergarten sowie eine ganze Reihe von regionalen SPD-Funktionären ein. Hinzu gesellten sich darüber hinaus viele Bürger, die einfach mal den Polit-Promi aus der Nähe erleben wollten.
Einen derartigen Journalistenaufmarsch wie gestern hatte Vogelsang bis dato allenfalls vor Jahrzehnten erlebt, als König Baudouin seine dort übenden Truppen besuchte. Scharen von Kameraleuten und Fotografen umschwirrten den SPD-Spitzenpolitiker, der von „Ordensburgen“ schon mal etwas gehört hatte, wie er beim Rundgang zum Besten meinte. Während seiner militärischen Ausbildung sei er in der Generaloberst-Beck-Kaserne in Sonthofen gewesen, und das war zuvor eine von drei solcher „Burgen“ nationalsozialistischer Propaganda.
Die Body-Guards mussten manchmal energisch werden, um ihrer Schutzperson den Weg durch die Fotografen-Meute zu bahnen. Bei einem kurzen Rundgang über das Gelände ließ sich der SPD-Bundesvorsitzende über Vergangenheit und Zukunft Vogelsangs informieren. Sowohl Albert Moritz als auch Thomas Fischer-Reinbach und Klaus Ring von der Standortentwicklungsgesellschaft lieferten dazu sachkundig die Informationen.
Im Forum Vogelsang gab Fischer-Reinbach einen kurzen Überblick über den aktuellen Planungsstand. Dann ging es weiter zur ehemaligen „Burgschänke“, deren architektonische Besonderheiten im Rahmen der geplanten NS-Dokumentation erklärt werden sollten. Der hohe Besucher kam kaum dazu, viele Fragen zu stellen, dafür war der Terminplan einfach zu eng bemessen. Aber eines wollte er denn doch wissen: „Wie alt waren eigentlich in der NS-Zeit die Zöglinge hier?“ Er zeigte sich leicht erstaunt, als er erfuhr, dass das keine Jugendlichen waren, sondern erwachsene 25-jährige Männer, die bereits erste Parteikarrieren hinter sich hatten.
Dann nahm sich Beck Zeit, um mit Schülern aus Euskirchen, Mechernich und Schleiden zu den Themen „Rechtsextremismus, Bildung und Zukunft“ zu diskutieren. Für die Diskussion hatten sich die jungen Leute Freizeit genommen, und sie zeigten sich sehr engagiert.
Der 1949 in Bad Bergzabern geborene Beck hat sich beruflich wie parteiintern auf der Ochsentour nach oben gearbeitet. Stationen seiner Karriere waren Realschulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg, Ausbildung zum Elektro-Mechaniker, seit 1972 Mitglied der SPD und sieben Jahre später Einzug in den Mainzer Landtag. 1993 wurde der populäre „Mann aus dem Volk“ Landesvorsitzender der SPD in Rheinland-Pfalz, bereits ein Jahr später Ministerpräsident. Im Mai 2006 übernahm Beck den Bundesvorsitz seiner Partei.
Links: Kurt Beck in Vogelsang - Bericht aus Stadtanzeiger
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