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 |  |  |  | 12. September 2008
 |  | | noch am 4.9.2008 traf Uwe Schmitz mit Kurt Beck zusammen (Photo: K. Vermöhlen)
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|  |  | | Im Sommer 2004 hatte Uwe Schmitz bereits Franz Müntefering zu Gast in Euskirchen (Photo: K. Vermöhlen)
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|  |  | Rundschau: Herr Schmitz, das war ein turbulentes Wochenende für die SPD. Wie haben Sie von den Personalwechseln erfahren?
Uwe Schmitz: Ich habe eine sms aus dem Bundesvorstand erhalten.
Rundschau: Wer hat Sie denn informiert?
Uwe Schmitz: Ich nenne meine Informanten nicht.
Rundschau: Am Donnerstag haben Sie Kurt Beck auf Vogelsang noch hautnah erlebt. Hatten Sie da schon geahnt, dass er drei Tage später nicht mehr Ihr Vorsitzender sein würde?
Uwe Schmitz: Nein, das konnte nun wirklich keiner ahnen.
Rundschau: Schien er Ihnen angeschlagen?
Uwe Schmitz: Nein, angeschlagen erschien er mir nicht. Er war nur genervt, weil ihm von den überregionalen Medien, vor allem vom Fernsehen, immer wieder die selben Fragen gestellt wurden, die er schon unzählige Male beantwortet hatte.
Rundschau: Bedauern Sie seinen Rücktritt?
Uwe Schmitz: Ja. Die SPD kann es sich nicht leisten, in fünf Jahren vier Vorsitzende zu verschleißen. Vor allem gefällt mir die Art und Weise nicht, wie es geschehen ist. Gegen die mediale Macht hatte er keine Chance. Er hat den Vorsitz in schwieriger Zeit übernommen und mit dem Hamburger Programm der SPD eine gute inhaltliche Ausrichtung gegeben. Für seine Arbeit in schwieriger Zeit gebührt ihm großer Dank und Anerkennung.
Rundschau: Sind also die Medien schuld?
Uwe Schmitz: Nein, ich schiebe nicht alles auf die Medien. Aber ein Großteil der überregionalen Medien, die eher dem konservativen Lager zuneigen, haben doch immer nur vermeintliche Schwächen darstellen wollen - und ich behaupte mit einem Ziel. Da wurden andauernd schlechte Umfragen der SPD zitiert, aber nur selten wurde gesagt, dass Schwarz-Gelb auch keine Mehrheit hat.
Rundschau: Welche Interessen sollten denn diese Medien haben, gegen Beck zu agieren?
Uwe Schmitz: Weil Beck die Partei ein Stück weit wieder nach links geführt hat - in Richtung sozialer Gerechtigkeit, was ich für richtig halte. Auch ich habe den Finger für die Agenda 2010 gehoben, dazu stehe ich auch heute noch. Wir hatten großen Reformbedarf. Aber wir müssen auch feststellen, dass es soziale Fehlentwicklungen gab, die wir korrigieren wollen und müssen. Dafür stand Kurt Beck, dafür stehen aber auch Steinmeier und Müntefering.
Rundschau: Können Sie mit einem Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier leben?
Uwe Schmitz: Sehr gut. Er ist ein exzellenter Politiker.
Rundschau: Und wie sehen sie Franz Müntefering als designierten Bundesvorsitzenden?
Uwe Schmitz: Auch damit kann ich leben. Er ist ein Mann mit dem Herzen am richtigen Fleck, ein großer Politiker mit klaren Kanten. Er hat mich im Kommunalwahlkampf 2004 mit einem tollen Auftritt in Euskirchen - damals war er ja schon mal Bundesvorsitzender - unterstützt. Der Mann kann Wahlkämpfe organisieren, das hat er 1998, 2002 und 2005 eindrucksvoll bewiesen.
Rundschau: Hoffen Sie auch auf einen positiven Effekt für die Kommunalwahl im Juni 2009?
Uwe Schmitz: Wenn die SPD durch den Wechsel an der Spitze Aufwind erfährt, könnte das natürlich auch für das Kommunalwahlergebnis gut sein. Aber ich möchte das nicht überbewerten. Wichtiger ist die Politik, die wir vor Ort machen.
Rundschau: Blicken Sie denn jetzt etwas optimistischer in die nahe Zukunft?
Uwe Schmitz: Ich bin immer optimistisch. Wir müssen aber wissen: Da sind zwar neue Leute an der Spitze, aber die Partei ist die gleiche und die Basis ist auch die gleiche.
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