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Pressemitteilung:
04. Februar 2009
Ute Schäfer: Anerkannte Bildungsforscher und Wirtschaftsexperten fordern ein längeres gemeinsames Lernen

"Alle anerkannten Bildungsforscher und viele renommierte Wirtschaftsexperten fordern aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse längere gemeinsame Lernzeiten über die Grundschulzeit hinaus, um allen Kindern gleiche Chancen und eine optimale Förderung zu ermöglichen. Auch in der vom Landtag eingesetzten Enquetekommission 'Chancen für Kinder' gab es für das gegenwärtige nordrhein-westfälische Schulsystem keine Mehrheit mehr. Das scheint der CDU-Fraktion große Angst zu machen. Nur so ist es zu erklären, dass sie aus ideologischen Gründen einem umstrittenen Wissenschaftler für seine zweifelhaften Interpretationen zum längeren gemeinsamen Lernen Gelegenheit bietet", kritisierte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Ute Schäfer. Anlass der Kritik war die Einladung von Professor Rainer Lehmann auf Initiative der CDU-Fraktion in den Schulausschuss des Düsseldorfer Landtags. Der Berliner Wissenschaftler hatte im vergangenen Jahr für negative Schlagzeilen gesorgt, weil seine Auslegung der Ergebnisse seiner eigenen Element-Studie zum Lese- und Mathematikverständnis in den Klassen vier bis sechs von allen anerkannten Bildungsforschern wissenschaftlich in Frage gestellt und massiv kritisiert wurde.



Schäfer erinnerte daran, dass sich vier der sechs Sachverständigen aus der Enquetekommission "Chancen für Kinder" - darunter eine Sachverständige der CDU-Fraktion - in einem Sondervotum klar und deutlich für ein längeres gemeinsames Lernen aller Kinder ausgesprochen haben: "Die Aufteilung der Kinder auf unterschiedlich anspruchsvolle Bildungswege sollte zeitlich hinausgeschoben werden, zumal sie - was soziale Schicht, Migrationshintergrund, Leistungsfähigkeit angeht - eine Fehlsteuerung bewirkt." (Abschlussbericht Enquetekommission "Chancen für Kinder", S.181) Zwei der vier Sachverständigen seien Bildungsforscher, dessen Renommee weit über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus reiche und deren wissenschaftliche Reputation wohl kaum in Frage gestellt werden könnte. "Zumal eine der beiden Bildungsforscher von der CDU-Fraktion selbst in die Enquetekommission als Sachverständige berufen wurde", erklärte Schäfer.



"Dass ein längeres gemeinsames Lernen ein anregungsreicheres Lernumfeld und damit bessere Leistungen ermöglicht, ist das Ergebnis jahrelanger Bildungsforschung", sagte Schäfer. Wirtschaftsexperten wie Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln, hätten das schon lange erkannt. "Die frühe Aufteilung der Kinder auf drei oder mehr verschiedene Schulformen ist auch aus Sicht von Ökonomen ein gravierender Fehler im deutschen Schulsystem. Frühestens nach sechs Schuljahren sollten Kinder auf getrennte weiterführende Schulen wechseln", habe Hüther bereits vor rund zwei Jahren erklärt. (Westdeutsche Allgemeine, 22.3.2007) Und auch die Bertelsmann Stiftung fordere "ein integratives Schulsystem, das mittelfristig die auch demographisch unhaltbare Drei- und Mehrgliedrigkeit der Schulen überwindet" ("Integration braucht Bildung", Bertelsmann Stiftung 2006).



"Die CDU mit ihrem Ministerpräsidenten Rüttgers steht mit ihrer unsozialen 50er Jahre Bildungspolitik allein auf weiter Flur. Sie ist nicht mehr in der Lage, unseren Kindern den Weg in eine chancen- und erfolgreiche Zukunft zu ebnen", erklärte Schäfer.

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