Der Kaller Gebührenhaushalt „Abfallentsorgung“ wird zu über 90 % durch zwei Faktoren bestimmt: Von den für 2009 kalkulierten 972.180 € entfallen 262.000 € auf die Abfuhr und 650.000 € auf Deponiekosten. Damit Sie es genau wissen: Die vom Kreis Euskirchen berechneten „Deponiekosten“ machen fast 70% der Summe aus. Diesen Kostenfaktor kann die Gemeinde Kall nicht beeinflussen. Die Müllgebührenerhöhung 2009 entsteht, weil der Kreis Euskirchen seit den 90er Jahren die Deponieabgaben jedes (!) Jahr um 4 % erhöht. Dies bedeutet für jeden Haushalt eine Müllgebührensteigerung bis zu 20 Euro - Jahr für Jahr, mit Zins und Zinseszinz. Jeder spürt, dass sein Einkommen mit den Kostenanstiegen nicht Schritt hält: Bei explodierenden Wohnungsnebenkosten (z.B. Energie und Abwasser) trifft jede weitere Gebührenerhöhung insbesondere die Familien hart. In der Novembersitzung des Haupt- und Finanzausschusses kritisierte Erhard Sohn für die SPD die automatische Deponiekostensteigerung des Kreises Euskirchen heftig. Er forderte die Kreistagsmitglieder im Rat auf, für die Kaller Bürger „Flagge zu zeigen“. Das wäre möglich, denn der Kreis hat mittlerweile eine 3-stellige Millionen-Rücklage für die Deponie angespart (und zum Teil bei Lehman-Brothers angelegt!). Bei den für einige Jahre festgeschriebenen Kosten der Müllverbrennung ist die jährlich um 4 % steigende Forderung des Kreises unangemessen. Gleichzeitig der SPD-Appell: Vermeiden Sie Müll! Das hilft am ehesten, Kosten für den Müll einzusparen.