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 |  |  |  | Kall, 14. Februar 2009
 |  | | Gut in Schuss - trotzdem ist demnächst Schluss: Kindergarten Rinnen
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|  |  | Fast alle Fachleute hatten es vorhergesagt: Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) der Regierung Rüttgers werde zu Verschlechterungen führen. In unserer Gemeinde trug KiBiz mit dazu bei, dass mit dem Kindergarten Rinnen eine Einrichtung geschlossen werden muss. Während zu SPD-Regierungszeiten Kindergartengruppen gefördert wurden, wird jetzt nur noch der konkret besetzte Platz bezahlt. Das trug – neben dem Rückgang der Kinderzahlen - zu dem immensen Finanzierungsdefizit von fast einer Viertel-Million Euro im Kindergartenbereich der Gemeinde Kall bei.
Zu KIBIZ-Zeiten muss genau ermittelt werden, ob Eltern für das Kind 25, 35 oder 45 Betreuungsstunden in der Woche „buchen“. Für eingruppige Kindergärten bleibt da wenig Spielraum zur erforderlichen Öffnungsflexibilität. Kinder müssen aber wegen elterlicher Berufstätigkeit immer öfter zu unterschiedlichsten Zeiten betreut werden.
Die schöne neue Arbeitswelt gibt den Takt vor. Beispiel? Das Ladenschlussgesetz wurde Dank Schwarz-Gelb in Düsseldorf gekippt. Denken Sie daran: Es muss auch Personal in den Läden sein, wenn Sie bis 21.00 Uhr und länger zum Shoppen gehen. Wo bleiben da die Kinder der allein erziehenden Verkäuferin?
Also muss für diese und vergleichbare Fälle Kinderbetreuung gesichert sein, von morgens früh bis abends spät! Auch für unter 3jährige und auch am Samstag. Natürlich bleibt ein Kind keine 12 Stunden in der Einrichtung. Aber die generellen Öffnungszeiten müssen den Erfordernissen angepasst werden. Und das ist in eingruppigen Kindergärten nicht zu stemmen. Das geht nur in Einrichtungen, wo es „Früh- und Spätgruppen“ gibt. Die wohnortnahe Kindergartenversorgung bleibt damit auf der Strecke.
KIBIZ ist auch eine immense Herausforderung für das Kindergartenpersonal. Es reicht nicht, ein Familienzentrum durch Auslobung von Zuschüssen zu etablieren. Das Personal muss bereits jetzt für die zukünftigen Herausforderungen fortgebildet werden: Für 2013 gibt es eine staatliche Platzgarantie für jedes unter 3jährige Kind! Die Regierung Rüttgers stellte in 2008 für die gesamte Gemeinde Kall gerade mal Finanzmittel für 19 (!) Plätze zur Verfügung.
Und: Es muss genug Personal vorhanden sein, um den vermehrten und verlängerten Öffnungszeiten gerecht zu werden. Statt dessen führt KIBIZ zu mehr befristeten und verkürzten Arbeitsverhältnissen beim Kindergartenpersonal. Die Einrichtungsbetreiber wissen schlicht nicht, wie viele Betreuungsstunden pro Woche die Eltern buchen werden. Planen? Unmöglich!
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