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Kall, 06. März 2009
Gesamtschule an der oberen Kyll ist auch für Schüler aus dem Kreis Euskirchen interessant
Integrierte Gesamtschule in Jünkerath und Hillesheim
ideologiefreie und nachhaltige Schulpolitik in Rheinlandpfalz

Jünkerath - Die Zukunft der Schulstandorte Hillesheim und Jünkerath wurde am Donnerstagabend im Atrium der Graf-Salentin-Schule erörtert. Rund 300 Besucher nahmen an der Informationsveranstaltung zur geplanten Errichtung einer gemeinsamen Integrierten Gesamtschule (IGS) für die Verbandsgemeinden Obere Kyll und Hillesheim teil.

Moderiert wurde der Info-Abend von Heinz Onnertz, dem Landrat des Vulkaneifelkreises. Mit ihm auf dem Podium saßen Bürgermeister Werner Arenz von der Verbandsgemeinde Obere Kyll, dessen Amtskollegin Heike Bohn von der Verbandsgemeinde Hillesheim, Peter Epp von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD) und die Pädagogin Michaela Koch aus Zell an der Mosel. Die Begrüßung der Besucher übernahm Bürgermeister Arenz, der auch gleich mit einem Kurzvortrag zur Entwicklung der Schülerzahlen in den beiden Gemeinden in das Thema des Abends einstieg.

Danach zeichnet sich in der Regionalschule in Jünkerath, die von etlichen Kindern aus dem Südkreis besucht wird, sowie in der Haupt- und der Realschule in Hillesheim ein drastischer Rückgang der Schülerzahlen für die Zukunft ab. Auf die Befürchtung, dass beide Schulstandorte allein für sich genommen künftig nicht mehr bestehen können, haben die Vertreter der Kommunalpolitik in beiden Verbandsgemeinden bereits reagiert. Die Ratsvertreter sprachen sich jüngst dafür aus, beide Schulstandorte zu einer gemeinsamen Schule zusammenzuschließen. Als Schulform hatte man sich auf das Konzept der Integrierten Gesamtschule geeinigt. Die IGS ist als so genannte „Realschule plus“ für alle Kinder mit ihren unterschiedlichen Lernvoraussetzungen vorgesehen und soll als Ganztagsschule mit der Möglichkeit einer gymnasialen Oberstufe betrieben werden.

Peter Epp von der ADD Trier stellte den Besuchern das Konzept der IGS aus Sicht der Schulbehörde vor. In Rheinland-Pfalz setzt man in Zukunft auf ein zweigliedriges Schulsystem. Die bisherigen Haupt- und Realschulen sowie die Regionalen Schulen werden abgeschafft und durch die „Realschule plus“ ersetzt. Als weitere Schularten bleiben das Gymnasium und die Integrierte Gesamtschule bestehen. Von der IGS versprechen sich die Befürworter eine bessere Förderung der Stärken und individuellen Potenziale aller Kinder.

Feste Bezugspersonen

In der Sekundarstufe I werden die Schüler von zwei Lehrkräften als festen Bezugspersonen begleitet. In der gymnasialen Oberstufe der IGS sollen die Aufgaben und das Prüfungsverfahren für das Abitur identisch mit denen des Gymnasiums sein. Wie so etwas in der Praxis aussieht, schilderte am Donnerstag Michaela Koch. Koch ist die stellvertretende Leiterin einer Schule in Zell an der Mosel, wo das Modell IGS bereits praktiziert und laut Koch auch mit einigem Erfolg durchgeführt wird. Nach den Vorträgen auf dem Podium wurde dann eine Diskussionsrunde zu Fragen der Besucher eingeläutet.

Etliche Wortmeldungen hatten organisatorische Fragen zum Inhalt. So mahnten einige Besucher aus Nordrhein-Westfalen an, dass es an der öffentlichen Verkehrsverbindung, besonders nach Hillesheim, doch noch arg hapere. Laut Landrat Onnertz ließen sich diese Probleme aber zügig in den Griff bekommen. Die Bedenken einiger Besucher aus Jünkerath gegen die Zusammenlegung der Schulen beschied der Landrat mit dem Hinweis, dass die Jünkerather Regionalschule aufgrund der sinkenden Schülerzahlen nicht über das Jahr 2013 hinaus existieren sein werde. Gestern, so erfuhr der „Kölner Stadt-Anzeiger“ von Bürgermeisterin Heike Bohn, wurde mit einer unverbindlichen Bedarfsabfrage bei Eltern von Zweit- und Drittklässlern in Hillesheim und an der Oberen Kyll begonnen.

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