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 |  |  |  | Kall, 27. März 2009 |
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KREIS EUSKIRCHEN. Clemens Pick hatte sich gerade die SPD vorgenommen. Dieser falle in Zeiten der großen Wirtschaftsmisere nichts anderes ein, als ein Klageverfahren nach dem anderen wegen des Termins für die Kommunalwahl anzustrengen, mäkelte der CDU-Landtagsabgeordnete in der Kreistagssitzung am Mittwoch.
Er hatte gerade seinen Beitrag beendet, da meldete sich Günter Rosenke zu Wort und widersprach Pick: Den Bürgern sei es unverständlich, dass in der Wirtschaftskrise Millionen Euro für einen weiteren Wahltermin ausgegeben würden. Dies sähen auch eine Reihe CDU-Kollegen so, berichtete Rosenke aus dem Landkreistag. Dann stimmte der Landrat mit der SPD und für deren gemeinsam mit den Grünen vorgeschlagenen Resolution für eine Zusammenlegung von Kommunal- und Bundestagswahl am 27. September. Dass diese dennoch an CDU, FDP und UWV scheiterte, war dann nur noch Nebensache, weil erwartet.
Es war aber eine symbolische Szene für jene Veränderungen, die das politische Erdbeben in der führenden Partei des Kreises Euskirchen, der CDU, brachte. Zu denken, Rosenke sei der Austritt aus der CDU leicht gefallen, wäre übertrieben. Aber der Landrat hat sich offenbar mit seiner neuen Rolle als Parteiloser zumindest arrangiert. Seiner ehemaligen Partei sieht er sich nun nicht mehr verpflichtet. Rosenke scheint seine neue Freiheit zu genießen.
Es ist nicht mehr viel, wie es war vor jenem 23. Januar, als die CDU mit knapper Mehrheit Clemens Pick zu ihrem Landratskandidaten kürte, Amtsinhaber Rosenke in Folge dieser Niederlage Anfang Februar das Parteibuch abgab und als Einzelkämpfer ins Landratsrennen ging. Dass sein Widersacher schon in der ersten Kreistagssitzung danach eine empfindliche Niederlage einstecken muss, nimmt der Landrat scheinbar unberührt zur Kenntnis. Dass Pick seine Waldkauf-Idee als einsamer Kämpfer erfolglos gegen ungewohnt scharfe Angriffe aus SPD und Grünen verteidigen muss, ohne dass auch nur ein christdemokratisches Kreistagsmitglied für seinen Kreisparteichef und Landratskandidaten in die Bresche springt, mag Rosenke vielleicht mit Genugtuung erfüllt haben - zeigen tut er es indessen nicht. Der Landrat schweigt. Und genießt?
(...) „Der Kreis Euskirchen sieht sich derzeit nicht in der Lage, die Landeswaldflächen in der Eifel zu erwerben“, hatte die Verwaltung als Beschluss für ein Schreiben nach Düsseldorf vorgeschlagen.
Dies hätte nun der Waldkauf-Idee Picks diametral entgegen gestanden - die Fraktion, die (mehrheitlich) gegen den Kauf ist, hätte gegen ihren eigenen Landratskandidaten stimmen müssen: Clemens alleine zuhause? (...) Die CDU (...) ist angeschlagen. Die Befürchtungen einiger Christdemokraten, die schon auf dem Nominierungsparteitag von der Zerrissenheit der Partei sprachen, werden von der Realität eingeholt.
Was treibt eine Fraktion dazu, ihren Spitzenmann genau bei dem Thema im Stich allein zu lassen, mit dem er seine Gegenkandidatur zu Rosenke zum großen Teil begründet hatte: dem Waldkauf? Oder anders gefragt: Wie sehr musste es sich Rosenke bei einer großen Zahl von CDU-Mitgliedern verscherzt haben, dass Pick sogar mit diesem Thema die Mehrheit auf dem Nominierungsparteitag erringen konnte?
Nun liegt es an ihm, die CDU wieder zu einen. Vielleicht sollte Pick sich gar nicht so sehr für den Wahltermin am 30. August einsetzen. Denn um seine Partei geschlossen hinter sich zu bringen, könnte es noch etwas Zeit brauchen - und davon böte ein Wahltermin am 27. September mehr.
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