Michael Groschek zum Rückzug von Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma
Zum Rückzug von Fritz Schramma erklärt der Generalsekretär der NRWSPD, Michael Groschek:
Fritz Schrammas Rückzug von seiner Oberbürgermeisterkandidatur ist kein Ausweis von stadt- und staatspolitischer Verantwortung, sondern lediglich ein Rückzug auf Raten. Konsequent wäre ein sofortiger Rücktritt gewesen.
Schramma ist Opfer eines politischen Attentats von sogenannten Parteifreunden geworden. Heckenschützen aus der Kölner CDU haben ihn zum Rückzug getrieben. Jetzt muss Schramma für die CDU bis Oktober den Sündenbock spielen.
Die Diskussion um den Oberbürgermeister darf nicht davon ablenken, die Ursachen des Unglücks schonungslos aufzuklären und verantwortliche Personen zu benennen.
Eine Mitschuld an der Hängepartie trägt auch CDU-Landeschef Jürgen Rüttgers. Er hätte viel früher eingreifen müssen. Noch gestern Abend stellte sich CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst uneingeschränkt und lautstark hinter Schramma.
Jürgen Rüttgers ist kein Krisenmanager, sondern ein Überschriften-Politiker. Er ist mit seinem Versuch gescheitert, das CDU-Führungsproblem in Köln auszusitzen.
Das Führungsversagen der CDU in Köln zeigt aber auch, in welcher ausgezehrten Verfassung die NRW-CDU ist. Sie hat kein Zukunftspersonal – überforderte Bürgermeister in den Kommunen und ein Pannenkabinett in Düsseldorf. Dafür trägt Rüttgers die alleinige Verantwortung.