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 |  |  |  | Kall, 02. April 2009 |
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KALL-KELDENICH - CDU-Fraktionssprecher Toni Mießeler war sichtlich sauer: „Wenn sie wollen, dass das Ding doch in den Kirchturm kommt, müssen sie weiter querschießen“, wetterte Mießeler im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss gegen die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen. Es ging wieder einmal um den umstrittenen Mobilfunksender, der eigentlich im Turm der Kirche in Keldenich installiert werden soll - und für den in den letzten Wochen Alternativstandorte gesucht und gefunden wurden. Doch in der Sitzung am Dienstagabend kritisierten die Grünen zur Verärgerung der übrigen Ausschussmitglieder auch diese Standorte.
Die geplante Installation des Senders im Kirchturm hatte das Dorf zweigeteilt, vor allem die Kirche war in die Kritik geraten. Auch die Politik in Kall hatte sich gegen die - allerdings genehmigungsfähige - Installation im Gotteshaus ausgesprochen. In einer Bürgerversammlung war die Forderung laut geworden, der Mobilfunkbetreiber solle alternative Standorte suchen.
Die Gemeinde schaltete sich als Vermittler ein und verhandelte mit Kirchengemeinde und Mobilfunkbetreiber. Am Dienstag berichtete Bürgermeister Herbert Radermacher (CDU) im Ausschuss, dass man vier Alternativstandorte gefunden habe, von denen aber zwei vom Kreis aus Natur- und Landschaftsschutzgründen verworfen worden seien. In der Nähe des Keldenicher Friedhofes seien zwei Standorte möglich. Allerdings müsse der Mobilfunkbetreiber noch untersuchen, ob sie auch sendetechnisch und leistungsmäßig geeignet seien.
Kritik am Vorgehen
„Wir beschließen wieder einen Standort, ohne die Bevölkerung zu fragen und zu informieren“, meinte Grünen-Sprecher Ekkehard Fiebrich. Auch der Standort am Friedhof sei nur 230 Meter vom Ort entfernt und somit ungeeignet. Über die neue Situation solle die Gemeinde die Bürger jetzt möglichst schnell informieren.
„Es gibt nichts zu beschließen und nichts zu informieren“, konterte Bürgermeister Radermacher. Man wisse ja noch gar nicht, ob der Standort überhaupt geeignet sei. Schützenhilfe bekam Radermacher von Sozialdemokrat Uwe Schmitz: „Wir haben den Standort Kirchturm abgelehnt und sind dem Wunsch nachgekommen, Alternativstandorte zu suchen“. Zurzeit sei die Gemeinde im Gespräch mit dem Mobilfunkbetreiber und habe Einfluss auf dessen Entscheidungen.
Das könne sich aber ändern, wenn der Betreiber sich etwa mit einem Privatmann einig werde. Schmitz: „Dann haben wir keinen Einfluss mehr, denn verhindern können wir die Installation nicht.“ Die jetzt gefundenen Standorte lägen außerhalb des Ortes. Damit, so Schmitz, „haben wir doch schon einiges gewonnen“.
Nachdem der Kreis zwei von vier alternativen Standorten abgelehnt habe, werde der Spielraum immer enger, gab Franz Albert Groß (FDP) zu bedenken. Und auch Ausschussvorsitzender Erhard Sohn (SPD) warnte: „Wir sollten den Bogen nicht überspannen.“ Ansonsten laufe man Gefahr, dass der Mobilfunkbetreiber wieder zurück zum ersten und genehmigungsfähigen Standort „Kirchturm“ zurückkehre.
„Wir müssen alle Wege gehen, das zu verhindern“ appellierte CDU-Sprecher Toni Mießeler an den Ausschuss, während Grünen-Sprecher Ekkehard Fiebrich resigniert feststellte: „Der kommt sowieso dorthin.“
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