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Pressemitteilung:
28. April 2009
Ute Schäfer: Schulministerium muss Lehrkräfte über erneute Panne beim Abitur aufklären

"Die Lehrerinnen und Lehrer in Nordrhein-Westfalen müssen über die erneute Panne beim Abitur im Fach Deutsch unbedingt aufgeklärt werden. Das muss Schulministerin Barbara Sommer umgehend veranlassen. Sie darf sich jetzt nicht hinter dem Rücken einer Kommission wegducken und die Lehrkräfte im Regen stehen lassen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Schülerinnen und Schüler ungerecht benotet werden", erklärte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Ute Schäfer. Anlass der Kritik ist ein Fehler, der in den so genannten Bewertungsbögen für die Lehrkräfte zu den Deutsch-Leistungskursarbeiten aufgetreten ist. Für zwei von vier Aufgaben im Zentralabitur Leistungskurs Deutsch, aus denen die Schülerinnen und Schüler auswählen konnten, fehlt in den Bewertungsbögen, die die Lehrkräfte gleichzeitig mit den Abituraufgaben vom Schulministerium zur Beurteilung der Arbeiten erhalten haben, der Anforderungsbereich III "Problemlösen und Werten".



"Die Lehrkräfte müssen davon ausgehen können, dass die Bewertungsbögen ihrer obersten Dienstaufsichtsbehörde Gültigkeit haben. Wenn sie sich allerdings an die Vorgaben des Ministeriums halten, bedeutet das: Schülerinnen und Schüler, die im Zentralabitur Deutsch die Aufgabe zwei oder vier gewählt haben, haben einen klaren Vorteil gegenüber denjenigen, die die Aufgabe eins oder drei gewählt haben. Aus einfachem Grund: Der Anforderungsbereich III mit dem höchsten Abstraktionsniveau muss nicht bewertet werden, weil er gar nicht auftaucht. Wir erwarten von der Schulministerin, dass sie ihre politische Verantwortung wahrnimmt. Sie muss dafür sorgen, dass die Lehrkräfte umgehend neue Bewertungsbögen erhalten", forderte Schäfer. Die SPD-Bildungsexpertin kritisierte in diesem Zusammenhang auch öffentliche Äußerungen des Leiters der Kommission zum Zentralabitur, Professor Wilfried Bos: "Lehrkräfte, die sich an die Bewertungsbögen des Schulministeriums halten, der 'Korinthenkackerei' zu bezichtigen, ist völlig unangemessen. Solche Äußerungen sagen viel über die Unabhängigkeit einer Kommission aus, die in diesem und nächstem Jahr vom Schulministerium mit einer Million Euro finanziert wird."



Die Richtlinien zum Abitur sähen alle drei Anforderungsbereiche für die Aufgabenstellungen im Fach Deutsch als zwingend erforderlich vor: I "Wiedergabe von Kenntnissen", II "Anwenden von Kenntnissen" und III "Problemlösen und Werten". Die Kultusministerkonferenz (KMK) habe sogar in ihren Richtlinien zum Abitur im Fach Deutsch festgehalten: "Für eine Bewertung mit 'gut' müssen Leistungen in den Anforderungsbereichen II und III erbracht werden." (Beschluss der KMK vom 24.05.2002) "Hier geht es nicht nur um einen lapidaren Formfehler, sondern um eine klare Verletzung von KMK-Vorgaben", urteilte Schäfer.

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