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 |  |  |  | Kall, 07. Mai 2009
 |  | | ideologisches Festhalten der CDU am 3gliedrigen Schulsystem unverantwortlich
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|  |  | Blankenheim - Letzterer eröffnete nach einem Kurzvortrag sowie einer Vorstellung seines aktuellen Buches „Gute Schule - gibt es sie?“ die Diskussionsrunde. Der Bildungsjournalist nahm für die Recherche zu seinem jüngst erschienen Buch fünf verschiedene Einrichtungen in fünf Bundesländern, von der Sonderschule bis zum Gymnasium, unter die Lupe. Bei diesen Schulen handelt es sich um Vorzeige-Einrichtungen, die durch zahlreiche Bildungs- und Förderpreise ausgezeichnet wurden. Füller ging auch der Frage nach, was das verbindende Element dieser Einrichtungen ist und wie diese Schulen arbeiten.
Laut Füller beruht das erfolgreiche „Neue Lernen“, das an deutschen Schulen seiner Meinung nach nottut, auf einer ganzen Reihe von Faktoren. Es braucht dazu demnach den Mut der Verantwortlichen der einzelnen Schulen, sich gegen bestehende Regeln, Denkmuster und Unterrichtsschemata für den einzelnen Schüler starkzumachen. Dazu bedarf es einer starken, charismatischen Schulleitung und einer Lehrerschaft, in der sich jeder Einzelne als Teamplayer versteht. Gute Außenbeziehungen der Schule, etwa zur lokalen Wirtschaft und zu förderungswilligen Gruppierungen, seien auch von Wichtigkeit. Auf die Einbeziehung der Eltern, so Füller weiter, müsse ein besonderer Wert gelegt werden.
Wie Füller anprangerte, ist besonders an Gymnasien häufig folgende Einstellung seitens der Lehrer zu finden: „Wer es hier nicht schafft, muss eben gehen.“ Anstatt die Schüler zu „selbständigem Tun und forschendem Lernen“ anzuregen, sei in deutschen Schulen immer noch der „Frontalunterricht“ mit seiner starren Faktenvermittlung gang und gäbe. Die „Problemlösungskompetenz“ der Schüler werde überhaupt nicht entwickelt. Stattdessen produziere das deutsche Schulsystem „zu viele Risikoschüler und Bildungsarmut“. Füller: „Viele 15-Jährige sind heutzutage schulisch auf dem Niveau von Zehnjährigen.“
„Die Durchlässigkeit in unserem Schulsystem funktioniert von oben nach unten“, erklärte Markus Ramers. Demnach stiegen statistisch gesehen von zehn Schülern neun ab und nur einer auf. Die Zahl der Hauptschulen sei bundesweit stark im Sinken begriffen, wie die Landtagsabgeordnete Hendricks betonte. Sie war sich mit Füller einig, dass eine Selektion der Schüler nach der vierten Klasse und eine gleichzeitige Einteilung in die verschiedenen Schulformen keinen Sinn ergebe. Auch die Trennung von Haupt- und Realschule prangerten die beiden an. Diese Trennung sei ja gerade auf dem Finkenberg in Blankenheim in symbolhafter Form gegeben.
Auch der Vertreter der Landesschülerschaft war dieser Auffassung. Chris Kuhlpeter besucht derzeit eine Gesamtschule in Detmold. Wie er dem „Stadt-Anzeiger“ berichtete, wurde er nach der vierten Klasse mit einer Empfehlung für die Hauptschule beschieden. Kuhlpeter: „Jetzt sieht alles danach aus, dass ich ein Einser-Abitur hinlege.“
Eine Aufwertung des Prestiges der Hauptschulen forderte dagegen Horst Kneppel. An der von ihm geleiteten Regionalschule in Jünkerath wird die Trennung in Haupt- und Realschüler erst Ende der siebten Klasse vollzogen. Die Hauptschule sei in den vergangenen Jahren zum Teil unberechtigterweise schlecht geredet worden, so Kneppel. Unter anderem sei etwa das Problem der Einwanderung dorthin verschoben worden.
Alle fünf Podiumsdiskutanten waren sich sicher, dass eine neue Lernkultur und ein Wandel der veralteten Schulstrukturen in Deutschland nicht von heute auf morgen erfolgen könne. Die nordrhein-westfälische SPD hält hierzu weiterhin am Konzept der Gesamtschule fest.
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