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Pressespiegel:
Kall, 28. Juni 2009
Mensa-Bau für die Kaller Hauptschule
Noch immer keine Entscheidung weil Zahlen immer noch fehlen
Reiner Züll im Kölner Stadt-Anzeiger, 28.6.2009, 18.00 Uhr

Ihr Mann für Sistig/Frohnrath
Karl Vermöhlen will endlich Zahlen des Schulentwicklungsplanes sehen
Kall - Die Entscheidung über den Bau einer Mensa an der Hauptschule ist vom Rat der Gemeinde Kall herausgeschoben worden. Es herrscht noch Uneinigkeit darüber, ob die Mensa als Neubau oder als Anbau geschaffen wird. Fest steht, dass das Vorhaben die Kommune rund 500 000 Euro kostet, wozu ein Landeszuschuss von 100 000 Euro bereits bewilligt ist.

Das Planungsbüro Becker hat für den Bau der Mensa einige Alternativvorschläge vorgelegt. Im Rat ließ die CDU jetzt verlauten, dass sie einige Vorschläge erarbeitet hat, die der Architekt in seine Planungen mit einbeziehen solle. Die Fachausschüsse werden sich deshalb noch einmal mit dem Vorhaben befassen.

Grundsätzlich herrscht bei den Fraktionen Einigkeit darüber, dass man die Mensa bauen will. Die SPD hat jedoch einige Bauchschmerzen, weil noch keine verlässlichen Zahlen eines regionalen Schulentwicklungsplanes vorliegen. Die Grünen kritisieren das Vorhaben der CDU, das Schülercafe weiter in der Hauptschule zu belassen. Im Interesse einer offenen Jugendarbeit halten die Grünen an ihrer Forderung fest, das Schülercafé in der Schule aufzugeben.

Karl Vermöhlen: "Blöde Situation."

Stattdessen solle man Jugendeinrichtungen im Ortskern schaffen, so der Grüne Ekkehard Fiebrich. Eingangs der Diskussion beklagte SPD-Ratsherr Karl Vermöhlen, dass noch immer keine Zahlen über eine regionale Schulentwicklung vorliegen. Es sei an der Zeit, dass im Südkreis eine Abstimmung erfolge. Vermöhlen: „Wir sind in der blöden Situation, nicht zu wissen, ob in einigen Jahren die Schüler noch vorhanden sind, die die Mensa benutzen sollen.“ Man solle nicht mal einfach 500 000 Euro investieren, nur weil es 100 000 Euro Zuschuss gebe.

„Leider hat Herr Vermöhlen Recht“, konstatierte FDP-Sprecher Dr. Manfred Wolter: „Viele Daten liegen nicht vor.“ Dennoch müsse der Rat eine zeitnahe Entscheidung treffen, weil zum 1. August nächsten Jahres bereits für drei Jahrgänge der Ganztag eingerichtet werde. Wolter plädierte dafür, die Mensa als Anbau an die Aula zu realisieren und das Schülercafé in der Hauptschule aufzugeben: „Damit stehen wir in der Verpflichtung neue Jugendräume zu schaffen.“

CDU-Ratsfrau Ute Stolz, auch Vorsitzende des Ausschusses für Jugend, Schule, Soziales, Kultur und Sport, erinnerte daran, dass es im Fachausschuss keinen Zweifel daran gebe, dass auch in Zukunft an der Schule, egal in welcher Form, ein Ganztagsbetrieb stattfinde. Stolz: „Der Schulstandort Kall ist sicher.“ Zum Thema Jugendarbeit erklärte Ute Stolz, dass Jugend und Schule zusammen gehören und das Schülercafé deshalb auch weiterhin in der Hauptschule bestehen bleiben soll.

„Jetzt ist die Zeit der Entscheidung“, appellierte CDU-Fraktionschef Toni Mießeler an den Rat: Die CDU plädiere für einen Anbau der Mensa an die Aula und das bei vollständigem Erhalt des Jugendcafés. Die Fraktion habe sich Gedanken darüber gemacht, wie man diese Kombination planerisch realisieren könne.

Wie Mießeler erklärte, wolle die CDU in Verbindung mit der Mensa auch eine Großküche einrichten, damit man unabhängig von der Küche in der Grundschule werde.

Mit seiner Forderung des vollständigen Erhaltes der Schülercafés in der Hauptschule habe Mießeler „die Katze aus dem Sack gelassen“, stellte Fiebrich von den Grünen fest. Es gehe in Kall nicht allein um die Arbeit im Schülercafé, sondern um die allgemeine offene Jugendarbeit. Die könne man in der Einrichtung in der Schule nicht leisten.

SPD-Ratsherr Karl Vermöhlen war von den Plänen der CDU überrascht: Der Betrieb einer Großküche sei auch mit zusätzlichen Personalkosten verbunden, gab er zu bedenken. Dass alle Fraktionen den Schulstandort Kall erhalten wollen, stehe außer Frage. Aber, so Vermöhlen, „das wollen andere Gemeinden auch“. Die Sorge sei berechtigt, dass bei abnehmenden Schülerzahlen nicht alle Schulstandorte zu erhalten seien. Die SPD werde alles daran setzen, den Standort in Kall zu erhalten. Jedoch, so orakelte Vermöhlen: „Eine Mensa allein bringt uns nicht mehr Schüler.“

Am Ende verständigte sich der Rat darauf, dass sich sowohl der Bau- und Planungsausschuss als auch der Jugend- und Schulausschuss noch einmal mit der Thematik und den Vorschlägen der CDU befassen soll, damit das Architekturbüro die Ideen eventuell in die Planung mit einbeziehen kann.

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