Dies gilt besonders unter dem Aspekt, dass man als normales Ratsmitglied mehr Arbeit denn Vergnügen hat. Dicke Stapel von Unterlagen müssen akribisch durchgearbeitet, Pro und Kontra so mancher Entscheidung sorgfältig abgewogen werden. Geld für große Vorhaben ist meist nicht da. Die Verwaltung des Mangels ist die Hauptarbeit der meisten Gemeinderäte. Als Dank für die ganze Mühe gibt es auf kommunaler Ebene nur wenig Geld und am Tresen mehr Spott und Geschimpfe als Lob.
Und so kommt es, dass das auf den ersten Blick positive Bild bei genauerem Hinsehen etliche Risse bekommt. Die Parteien haben mittlerweile Schwierigkeiten, ihre Listen mit guten Kandidaten zu füllen. Unter den Bewerbern findet man immer öfter Verlegenheitskandidaten, wie zum Beispiel Familienangehörige der bekannten Spitzenleute. Dies gilt mittlerweile auch für die Volksparteien.
Damit nicht das passiert wie in Dahlem, wo gerade einmal zwei Parteien alle Wahlbezirke besetzen konnten, sind eigentlich drei Dinge notwendig: Die Räte müssen weiter verkleinert und die Aufwandsentschädigungen angehoben werden. Und nicht zuletzt müsste den Bürgern klar werden, dass längst nicht jeder Kommunalpolitiker nur scharf auf eine steile Parteikarriere ist.