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Pressespiegel:
Kall, 23. Juli 2009
Bernd Kehren in der Kölnischen Rundschau
Wo bitte geht's zum Kloster Steinfeld?
Von BERND KEHREN, 23.07.09, 07:00h

Kloster Steinfeld - kulturelles Zentrum der Region
Keine Hinweisschilder: Alles ist in Kall besser zu finden als das Kloster Steinfeld (Photo: K. Vermöhlen)
Die Basilika Steinfeld mit dem Schrein des Hl. Hermann-Josef
Der Schrein mit den Gebeinen des Hl. Hermann-Josef (vorne rechts); Photo: K. Vermöhlen
STEINFELD. Man stelle sich ein paar Patres vor, die sich in München ins Auto setzen, um ihre Brüder im Salvatorianer-Kloster in Steinfeld zu besuchen. Nach langer Reise landen sie in Kall. Hier müsste sich ihrer Ansicht nach doch eigentlich Kloster Steinfeld befinden - zumindest in der Nähe. Nirgendwo ist ein Hinweisschild zu entdecken. Was unternehmen die Brüder in ihrer Not? Das, was viele Weitgereiste tun, die die romanische Anlage suchen. Sie fragen bei Möbel Brucker nach. Diese Geschichte weiß Pater Wieslaw Kaczor zu erzählen.

An jeder Milchkanne werde auf irgendetwas hingewiesen, ärgert sich Wolf Werth, Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz im Kreis Euskirchen. Aber das Kloster Steinfeld werde mehr als stiefmütterlich behandelt.

Seit Jahren bemühen sich Pater Bernhard Fuhrmann, Prokurator des Klosters Steinfeld, und Werth darum, dass das Kloster endlich an der Autobahn und in Kall ausgeschildert wird. Ein kleiner Teilerfolg sei es gewesen, als am Kreisel vor Zingsheim ein Schild aufgestellt worden sei, dass die Basilika mit dem markanten Westwerk, das Wahrzeichen des Klosters, zeigt. Pater Bernhard hat sich bei der Kreisverwaltung in Euskirchen dafür stark gemacht, dass ab der Wallenthaler Höhe, dem McDonalds- und dem Brucker-Kreisel beschildert wird.

Doch Gäste aus der Ferne hätten nur eine kleine Chance, das Kloster für Sekunden zu sehen, weiß Dr. Arnd Löffelmann, Vorsitzender des Bauvereins des Klosters, und zwar auf einem Teilstück der A 1 zwischen Blankenheim und Zingsheim.

Pater Bernhard weist darauf hin, dass fast durchgängig von 920 bis heute hinter den Steinfelder Mauern klösterliches Leben stattgefunden hat. Die geschichtlichen Anfänge reichen bis in die Zeit Heinrichs I. (919-936) zurück. Um 1070 erfolgte eine erste klösterliche Niederlassung. 1121 kamen Regularkleriker aus dem Kreis Wittlich, die um 1130 die Regel des Prämonstratenserordens übernahmen. 1184 wurde Steinfeld zur Abtei erhoben. Bis zur Säkularisierung im Jahr 1802 gab es 44 Äbte. Danach diente das Kloster verschiedenen weltlichen Zwecken, bis 1923 die Salvatorianer dort einzogen.

Dass Steinfeld nicht nur in der näheren Region ein Begriff ist, kann Willibald Hövel vom Pfarrgemeinderat jeden Sonntag feststellen. Von den etwa 1000 Gläubigen der Pfarrei würden durchschnittlich zehn Prozent zur Messe kommen. Da aber so viele Auswärtige - beispielsweise von Bergheim, Aachen, Köln, Bonn oder Düren - die Sonntagsgottesdienste besuchten, würden gleich fünf davon angeboten. Man habe eigens in Richtung Friedhof einen Parkplatz anlegen müssen, weil die Parkplätze innerhalb der Klostermauern und vor dem Kloster nicht mehr ausgereicht hätten.

Der Kreis Euskirchen habe angekündigt, dass es demnächst drei Hinweisschilder geben werden, die in Kall in Richtung Kloster zeigen, erklärt Pater Bernhard: hinter der Wallenthaler Höhe an der Abfahrt in den Innenort, am McDonalds-Kreisel und am Kreisverkehr bei Brucker. Darauf warten die Salvatorianer aber jetzt schon seit langer Zeit. Um ein Hinweisschild auf der Autobahn werden Pater Bernhard und Wolf Werth weiter kämpfen.

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