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 |  |  |  | Kall, 24. Juli 2009
 |  | | bei der "C"-Partei läuft es im Kreis derzeit wirklich nicht rund
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|  |  | Bernd Kolvenbach, Geschäftsführer der Kreistagsfraktion, vermutet, dass es zu dem Fehler kam, weil in Kall einer von bisher zwei Wahlkreisen weggefallen ist. Unmittelbar darauf folgen auf der Liste die Schleidener Wahlbezirke I und II. Die rutschten nun um eine Stelle nach vorn. Im Zuge der Vorbereitung des Kreisparteitags am 23. Januar seien nun offenbar Kandidaten und Wahlbezirke vertauscht worden. Kolvenbach spricht von einem „Regiefehler in der Vorbereitung“. Brigitte Joepen, Geschäftsführerin des CDU-Kreisverbands, erklärte gestern, während des Wahlgangs am 23. Januar seien vorschriftsmäßig von dem damaligen Wahlleiter Rolf Seel die Namen und Nummern der Wahlbezirke verlesen worden. Nach Beendigung des Wahlprozederes habe dies dann Schriftführerin Ute Stolz wiederholt. Danach hätten alle Kandidaten die Zustimmungserklärung unterschrieben.
Kreis-Wahlleiter Manfred Poth sagte gestern, der Sachverhalt sei so protokolliert und am Montag vom Wahlausschuss beschlossen worden.
„Das ist natürlich nicht schön“, kommentierte Kolvenbach das Vertauschen der Kandidaten und Wahlbezirke. Der Fehler sei 1:1 übernommen worden und im Nachhinein nicht mehr reparabel. Kolvenbach: „Der Wahlausschuss kann nur noch feststellen, ob nach Recht und Gesetz gehandelt wurde. Dies ist ohne Zweifel der Fall. (...)
Der Schleidener Stadtverband hatte im Vorfeld des Kreisparteitags Josef Reidt für Schleiden und Ingrid Berners für Gemünd vorgeschlagen. Schleidens CDU-Stadtverbandschef Klemens Reimann unterstellte gestern, als er von der Nachricht erfuhr, dass sich Berners und Reidt auf Kreisebene verständigt hätten. Dann könne Reidt als Kreisfraktionsvorsitzender gegen den als stark eingestuften FDP-Kreisparteichef Markus Herbrand in Gemünd ins Rennen gehen.
Josef Reidt, der gerade aus einem Wanderurlaub zurückgekehrt war, erfuhr von dem Vertauschen der Wahlbezirke nach eigenem Bekunden erst gestern Morgen. Er musste sich erst bei der Kreisverwaltung und dem Kreiswahlleiter schlau machen.
Aber wem war die Panne eigentlich aufgefallen? Ausgerechnet dem Gemünder FDP-Mann Markus Herbrand, der am Montag im Wahlausschuss saß. „Mir fiel die Klappe runter“, erinnerte er sich. Am nächsten Tag, in Gemünd wurde noch Schützenfest gefeierte, fuhr er ins Kreishaus, um sich davon zu überzeugen, ob Reidt tatsächlich in Gemünd kandidiere. Dem war so. Dann machte die Nachricht die Runde. Herbrand besprach sich zunächst mit dem FDP-Landratskandidaten Hans Reiff. Beide spekulierten noch, ob es sich um einen Schachzug der CDU handeln könne, was sie später aber verwarfen.
Landrat Günter Rosenke, der ja nach der Wahl von Clemens Pick als Landratskandidat aus der CDU austrat, um als Parteiloser wieder für den Posten ins Rennen zu gehen, wollte sich gestern jeglicher Stimme enthalten, damit ihm nicht „Stimmungsmache“ vorgeworfen werden könne. Er lies nur durchblicken, dass der 23. Januar wohl kein Glückstag für seine ehemalige Partei gewesen sei.
Josef Reidt nahm die Sache gestern relativ gelassen. Dass die Wahlbezirke vertauscht worden seien, habe offenbar niemand beim „Tohuwabohu“ der Wahl am 23. Januar bemerkt, schließlich war die Kampfabstimmung zwischen Pick und Rosenke das bestimmende Thema. „Was sollen wir jetzt groß veranstalten?“, fragte Reidt. Er und Ingrid Berners seien als Kandidaten für den Kreistag für die Belange der Stadt Schleiden, darüber hinaus aber für den Gesamtkreis zuständig. Diese Themen bezögen sich nicht auf einen einzelnen Ort. Mit diesem Gedanken würden er und Ingrid Berners auch in den Wahlkampf ziehen.
„Ich habe mit Frau Berners als Gegenkandidatin gerechnet und mir da auch gewisse Chancen ausgerechnet“, sagte Markus Herbrand zu der veränderten Ausgangssituation. „Gewisse Chancen rechne ich mir aber immer noch aus, diesen Wahlkampf zu gewinnen. Egal, wer da kütt: Ich mache meinen eigenen Wahlkampf. Insgesamt ist das Ganze mit einem gewissen Amüsement zu betrachten.“
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