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 |  |  |  | Kall, 02. August 2009
 |  | | Markus Schmitz-Bongard - Vorsitzender des Tierschutzverein
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|  |  | „Das Tierschutzbewusstsein in der Bevölkerung wächst, was man an der großen Solidarität erkennen kann“, sagte Schmitz-Bongard. „Die Menschen haben kein Verständnis für eine veraltete kommunale Verordnung, die letztendlich auf Kosten der Allerschwächsten geht.“
Mit einem dicken Ordner unter dem Arm klopften Vorsitzender Schmitz-Bongard, Sabine Terspecken vom Tierschutz Nordeifel, Birgit Jansen vom Tierschutz Euskirchen, Reiner Bauer, Vorsitzender des Tierschutzvereins Mechernich, und Michael Heimersheim vom Kaller Tierschutzverein an der Tür des Schleidener Bürgermeisters Ralf Hergarten. Sie wollten ihm das Ergebnis der Protestaktion persönlich überreichen, doch Hergarten war krankheitsbedingt nicht im Dienst, wie sie von seinem Vertreter Marcel Wolter erfuhren. Dieser nahm die Unterschriftensammlung entgegen und versprach: „Sobald Bürgermeister und Ordnungsamtsleiter wieder im Dienst sind, erhalten Sie eine Rückmeldung.“
Für Schmitz-Bongard ist die Haltung des Bürgermeisters völlig unverständlich, „da wir der Stadtverwaltung mehrfach Konzepte zur Eindämmung der unkontrollierten Vermehrung von frei lebenden Hauskatzen vorgelegt haben“. Die Vermutung der Tierschützer: Aus Kostengründen habe man auf ein Fütterungsverbot gesetzt, in der Hoffnung, dass sich das Problem von selbst erledige, da die Tiere dann verhungern würden.
„Das ist absoluter Quatsch“, wehrt sich Schleidens Bürgermeister Ralf Hergarten auf Nachfrage der Rundschau. Der erneute Hinweis in der „Bürgerinfo“ auf das Fütterungsverbot, das bereits seit 1996 bestehe, habe einen ganz einfachen Sinn. „In den letzten Jahren mehrten sich Anrufe von Bürgern, die mit der Bitte an uns herantraten, etwas gegen die Katzenplage in ihrem Garten zu tun“, so Hergarten. Hinterfragen habe in fast allen Fällen einen identischen Sachverhalt zum Vorschein gebracht: Diese Bürger hatten in durchaus guter Absicht begonnen, Katzenfutter in ihren Gärten aufzustellen und Katzen zu füttern. Da solche Futterstellen natürlich mehrere Katzen anlockten, fanden sich an diesen Stellen dann auch zahlreicher werdende Katzen ein.
„Dieser, durch wohlmeinendes Füttern verursachte Effekt ist an sich nicht zu beanstanden. Aber die Stadt sollte dann laut diesen Anrufern etwas gegen diese Katzen unternehmen - eine Aufgabe, die sicher nicht in den Aufgabenbereich der Stadt fällt“, so Hergarten weiter. Die Strategie der Stadt sei es vielmehr, die Katzen an kontrolliert aufgestellten Fütterungsstationen zu fangen und sie dann zu kastrieren, um die weitere Vermehrung zu verhindern. „Das geht natürlich nur, wenn nicht überall in Gärten unkontrollierte Futterstellen existieren“, so Hergarten.
Dennoch verstoße das Fütterungsverbot für frei lebende Hauskatzen gegen Tierschutzgesetze, so Schmitz-Bongard: „Wir hoffen, dass die Unterschriften dazu beitragen, dass sich die Stadt Schleiden doch noch eines Besseren besinnt und das Fütterungsverbot umgehend aufhebt.“ (...)
Schmitz-Bongard zeigte sich bei der Übergabe der Unterschriften optimistisch, da nach seinen Angaben Ralf Hergarten bereits angekündigt habe, jährlich 2500 Euro für die Kastration frei lebender Hauskatzen zur Verfügung zu stellen. Schmitz-Bongard: „An dieser Aussage werden wir ihn im Falle seiner Wiederwahl messen.“ (...)
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