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Pressespiegel:
Kall, 07. August 2009
Von RONALD LARMANN, 06.08.09, 07:00h
CDU und Grüne für Waldkauf
Bericht aus der Koelnischen Rundschau

Quo vadis Eifelwald
Naturschutzflächen zur Kommune - wirtschaftlich interessantere Wälder zum Privatinvestor?
KALL. Mechernich tut es nicht, Kall tut es: In nicht-öffentlicher Sitzung entschied sich der Rat der Gemeinde Kall mehrheitlich für den Kauf der Waldflächen des Landes. Grüne und CDU stimmten dafür, die SPD und die FDP waren dagegen.

120 Hektar Naturschutzfläche sind es genau, die zum kleineren Teil unterhalb des Klosters Steinfeld liegen und zum größeren Teil oberhalb des Jugendwaldheims in Urft. „Rund 1,1 Millionen Euro werden die Flächen ungefähr kosten. Einige Grundstücke sind noch nicht vermessen, so dass es noch etwas teurer oder auch etwas günstiger werden kann“, erklärte gestern Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher auf Nachfrage der Rundschau.

Das sei für die Gemeinde sicherlich nicht einfach zu schultern. „Aber es war eine gute Entscheidung“, so Radermacher.

„Die Bürger und deren Kinder und Enkel werden die Zeche zahlen müssen“, kritisierte Karl Vermöhlen, Fraktionsvize der SPD, diese Entscheidung.

Sein Parteikollege Erhard Sohn ergänzte: „Es gibt wichtigere Dinge. So ist später für Schulen und Kindergärten kein Geld mehr da.“ Man lege dem künftigen Rat noch mehr Fesseln an und nehme ihm die Möglichkeit der Gestaltung. Sohn: „Außerdem gibt es Risiken, die beim Kauf bestehen. Der Preis kann sich noch um rund 200 000 Euro verändern, auch bei möglichen Rechtsstreitigkeiten bleibt die Gemeinde auf den Kosten sitzen.“

Ähnlich sieht es die FDP. „Hier wird die Gemeinde in einer Form finanziell belastet, die unverantwortlich ist“, sagte deren Fraktionschef Dr. Manfred Wolter. Die Gemeinde sei bereits mit 20 Millionen Euro hoch verschuldet und werde am Ende des Jahres vier bis fünf Millionen Euro mehr Schulden auftürmen. „Wir laufen Gefahr, in zwei bis drei Jahren in ein Haushaltssicherungskonzept zu laufen“, so Wolter, der auch erkannt haben will, dass hier „der Schwanz mit dem Hund wedelt“ - sprich die Grünen die CDU vor ihren Karren gespannt haben.

Bei dem Vergleich muss Toni Mießeler, CDU-Fraktionschef, lachen. „Wir haben das getan, was richtig ist.“ Die CDU wolle den Wald für den Bürger erhalten. Sicherlich koste der Wald eine Menge Geld. Mießeler weiter: „Doch man darf das nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht sehen.“ Der Wald müsse für die zukünftigen Generationen erhalten werden - auch unter ökologischen Aspekten.

Und wie wird der Kauf finanziert? „Das werden wir noch abschließend entscheiden müssen“, so Bürgermeister Radermacher. Es hänge davon ab, ob das Angebot des Kreises für einen Kredit oder die Finanzierung über den freien Kapitalmarkt für die Gemeinde günstiger sei. „Dafür haben wir aber noch bis Ende des Jahres Zeit“, sagte Radermacher gestern.

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