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 |  |  |  | Kall, 20. August 2009
 |  | | Die SPD stellt eine starke Truppe zur Kommunalwahl
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|  |  | Kall - Die allgemeine Wirtschaftskrise hat auch vor der Kommune nicht Halt gemacht, die noch vor dem Jahrtausendwechsel von vielen Nachbargemeinden beneidet wurde. Neben der Gemeinde Nettersheim ist auch Kall zwar noch in der Lage, einen ausgeglichenen Haushalt vorzuweisen und somit die Finanzhoheit im eigenen Hause zu halten. Doch dunkle Wolken tun sich auf am Kaller Finanzhimmel: Berechnungen der Kämmerei gehen davon aus, dass das vom Rat abgesegnete Haushaltsdefizit von rund 774 000 Euro zum Jahresende auf rund 1,9 Millionen Euro steigen könnte.
Die Verschlechterung wird mit erheblichen Ausfällen von Gewerbe-, Einkommen- und Umsatzsteuer begründet. Die Kämmerei schließt angesichts dieser Entwicklung nicht aus, dass bereits in zwei Jahren in Kall mit der eigenen Finanzhoheit Schluss ist und die Gemeinde in ein Haushaltssicherungskonzept hineinschlittert.
Der neue Gemeinderat hat also für die nächsten Jahren reichlich Aufgaben vor der Brust. Dafür ist ein weiteres Miteinander aller Fraktionen gefragt. In der zu Ende gehenden Legislaturperiode, in die vor knapp zwei Jahren die Neuwahl des Bürgermeisters fiel, kann man die Zusammenarbeit der einzelnen Parteien eigentlich als konstruktiv bewerten. Abgesehen von Meinungsverschiedenheiten in der Diskussion um die Eigenheimpauschale und die kostenlose Mittagsverpflegung der Ganztagsschüler. Auch beim umstrittenen Ankauf des Staatswaldes für mehr als eine Million Euro herrschte Uneinigkeit.
Ein wichtiges Thema des zukünftigen Rates wird der demographische Wandel sein. Dessen negativen Auswirkungen gilt es rechtzeitig entgegenzuwirken. Um ein weiteres Absinken der Einwohnerzahlen zu verhindern, müssen Rat und Verwaltung sich vor allem darum bemühen, die Gemeinde Kall für junge Familien attraktiv zu machen und die dafür erforderlichen Infrastrukturen zu schaffen.
Mit der Reduzierung der Wahlbezirke von 16 auf 14 wird der zukünftige Gemeinderat von 32 auf 28 Mandatsträger schrumpfen. Welche Fraktionen bei der bevorstehenden Kommunalwahl Federn lassen müssen, wird sich am Abend des 30. August nach dem Auszählen der Stimmen zeigen.
Auch wenn die Kaller CDU sich aus dem Hickhack um die Landratskandidatur weitgehend herausgehalten hat, so ist Spitzenkandidat Toni Mießeler dennoch besorgt: „Der Krach der Vergangenheit kann auch uns treffen.“ Alle 14 Direktmandate zu holen, sei unrealistisch.
Das erklärte Ziel der SPD ist „30 Prozent plus“, die Grünen hoffen, auch bei reduzierter Zahl der Ratsmandate ihre jetzigen drei Sitze zu behalten. Und auch bei der FDP, deren Aufwärtstrend in Kall ungebremst ist, geht man davon aus, auch im neuen Rat mit mindestens sieben Mandaten vertreten zu sein.
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