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 |  |  |  | Kall, 23. August 2009
 |  | | Kall - im Vordergrund die ehemaligen Milz-Hallen
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|  |  | | Wald kann man kaufen, wenn man das Geld dafür hat - ansonsten eben nicht.
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|  |  | KALL. Nach dem Niedergang von Bergbau und Metallverhüttung - 1971 schloss die Kaller Metallhütte - war das Gelände des heutigen Gewerbegebiets eine Heidefläche, auf der sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagten. (...)
Das Gewerbegebiet I wurde 1974 erschlossen, seine 71 Hektar sind fast komplett bebaut. Es soll noch um weitere sieben Hektar vergrößert werden. Das Gewerbegebiet II umfasst 19 Hektar. Von den dort vorhandenen 35 Grundstücken sind 26 bebaut.
Zusammen mit der Stadt Schleiden planen die Kaller ein weiteres Gewerbegebiet in der Nähe des Friedhofs Heistert auf der den jetzigen Gewerbegebieten gegenüber liegenden Seite der Kölner Straße. Hier sind 40 Hektar Fläche vorgesehen.
Die Gewerbesteuer ist logischerweise die wichtigste Einnahmequelle der Gemeinde, die aber immer gewissen Schwankungen unterliegt. 2008 wurden in der Gemeinde rund fünf Millionen Euro Gewerbesteuer gezahlt. Um die Gewerbetreibenden zu entlasten, hat der Kaller Rat den Hebesatz so moderat wie möglich gestaltet. Er fasste in diesem Jahr den Beschuss, ihn von 403 v.H. auf 398 zu senken. Auch in der Gemeinde Kall wirkt sich die Wirtschaftskrise auf das Gewerbe aus. Dadurch steht zu befürchten, dass in den nächsten Jahren deutlich spürbar weniger Gewerbesteuer in die Gemeindekasse fließt.
Pluspunkte
Bahnhof: Dass die Regionalverkehr Köln den Kaller Bahnhof kaufte, war ein Glücksfall für die Gemeinde. Hier sind unter anderem die RVK-Geschäftsstelle „EU-mobil“, die Nordeifel Tourismus GmbH und der Nationalpark-Infopunkt untergebracht. Leider haperts noch am barrierefreien Zugang zu den Gleisen.
Anbindung: Die Lage an der Bahn, die recht gute Anbindung an die Autobahn und die gute medizinische Versorgung im Kernort machen Kall interessant - für Gewerbetreibende, für auspendelnde Arbeitnehmer und für Senioren.
Minuspunkte
Handel und Gewerbe: Seit Jahren wird das Ausbluten des Kernorts Kall beklagt. Das Gewerbegebiet ist nicht nur für Kaller Unternehmer ein begehrtes Fleckchen Erde. Auch aus Nachbarkommunen und ganz Deutschland ziehen Betrieb hierhin. Die Kehrseite der Medaille: Im Kernort gibt es nur noch wenige Geschäfte. Einzig der toom-Markt zieht scharenweise Kunden an. Ansonsten herrscht „tote Hose“.
Bahn: Dass Kall an der Bahnlinie Köln-Trier liegt, ist von Vorteil. Aber die Tatsache, dass die Nebenstrecke in Richtung Schleiden von der Rhein-Sieg-Eisenbahn gepachtet wurde, wurmt die Kaller Politiker. Zwar wird die Strecke derzeit nur für Freizeitverkehr an Wochenenden und Feiertagen genutzt. Doch sollten künftig weitere Züge fahren, befürchten die Politiker, dass es in der Bahnhofstraße zu „Mechernicher Zuständen“ mit längeren Staus kommt.
Bautätigkeit: Die Zahl der Bauanträge ist rückläufig. Lagen 2004 noch 144 Bauanträge vor, waren es 2008 nur noch 93. Dabei gibt es in der Gemeinde noch rund 140 Baugrundstücke und zahlreiche Baulücken in den Orten. Der Rat hat den Grundsteuer B-Hebesatz von 381 auf 376 v.H. gesenkt. Zudem gibt es, das hatte die SPD initiiert, eine „Eigenheimzulage“ für junge Familien.
Herausforderungen
Gewerbe: Kall wird weiterhin in erster Linie Gewerbestandort bleiben. Das Gewerbegebiet I ist praktisch zugebaut, es ist auch absehbar, dass das Gewerbegebiet II „ausverkauft“ wird. Wichtig ist, dass die Kaller am Ball bleiben, um das geplante, interkommunale Gewerbegebiet mit der Stadt Schleiden voranzubringen.
Tourismus: Jahrzehnte hatten die Kaller mit dem Tourismus so gut wie nichts am Hut. Nun gibt es im Bahnhof den Nationalpark-Infopunkt, der Eifelsteig führt am Kloster Steinfeld vorbei und Kall vermarktet sich mit Schleiden und Hellenthal. Weitere Projekte müssen angepackt werden. Kloster Steinfeld, Eifelsteig, Römerkanal-Wanderweg und Pingenwanderpfad sind ja schon vorhanden.
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