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 |  |  |  | Kall, 27. August 2009
 |  | | SPD-Fraktionsvorsitzender Erhard Sohn
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|  |  | „Schlimmstenfalls sind die Bewohner in der Straße Stürzerhof noch 12 bis 15 Monate ungeschützt. Nach unserer Baumaßnahme dürfte die Hochwasserfrage für sie für allezeit passé sein.“ Dieses Versprechen, dass Planer Bernd Becker den Mitgliedern des Kaller Bau- und Planungsausschuss machte, dürfte vor allem die Hochwasser geplagten Anwohner hoffnungsvoll stimmen. Becker will sich gar „ans Kreuz schlagen lassen“, sollten seine Berechnungen nicht zutreffend sein. „Zu meinen Versprechen stehe ich“, sagte Becker.
Seine simulationsgestützten Berechnungen ergaben, dass das meiste Wasser von der Hüttenstraße in den Stürzerhof läuft - und dort zuweilen ein halbes Dutzend Grundstücke unter Wasser setzt. Auch Häuser an der Kölner Straße stehen bei Starkregen unter Wasser.
Den Grund dafür sieht Becker in einem neben der Bahnlinie befindlichen und zu klein dimensionierten Regenrückhaltebecken. Bei Starkregen läuft es zu schnell voll, das Wasser sucht sich dann seinen Weg in Richtung Stürzerhof, von dort weiter über einen Vorfluter in Richtung Unterführung - ebenfalls mit entsprechenden Auswirkungen.
„Als das Regenrückhaltebecken vor 40 Jahren gebaut wurde, war es nach den damaligen Erkenntnissen genau richtig dimensioniert“, so Becker. Ging man damals bei einem Platzregen von 40 Litern pro Sekunde und Hektar aus, so fallen nach heutigen Erkenntnissen bis zu 166 Liter pro Sekunde und Hektar an.
Das Problem haben die Kaller Politiker schon vor Jahren erkannt und erste Schritte eingeleitet. Weil aber die Fördergelder schleppend bewilligt wurden, kam es zu Verzögerungen.
Nun baut die Gemeinde einen Regenwasser-Kanal, der von der Daimler-Straße bei Papstar entlang des Siemensrings bei Brucker und die Hüttenstraße hinab zum Regenüberlaufbecken an der Bahnüberquerung führt. Die Kosten belaufen sich auf rund 2,8 Millionen Euro - jeweils 1,4 Millionen für Gemeinde und Anwohner. Jedoch gibt es eine 80-prozentige Förderung durch das Land. „Die Anlieger haben richtig Glück gehabt“, so Becker. Und laut Ausschussvorsitzendem Erhard Sohn (SPD) ist das aber nur der erste Schritt, das in der Hüttenstraße anfallende Regenwasser abzuleiten.
In einer zweiten Baumaßnahme wird der Wasserverband Eifel-Rur das Regenrückhaltebecken vergrößern und das Wasser in einem bis zu 1300 Millimeter Durchmesser großen Kanal unter der Bahnlinie an der Kölner Straße vorbei in die Urft leiten.
Laut Becker ist mit einem Beginn des zweiten Abschnittes nicht vor dem kommenden Frühjahr zu rechnen. Die Bauzeit wird rund 15 Monate betragen. Während unter der Bahnlinie gebohrt werden kann, erfolgt die Umsetzung der weiteren Maßnahme in offener Bauweise.
Während die Überschwemmungen in Stürzerhof und Kölner Straße bei Platzregen entstehen, so Bürgermeister Herbert Radermacher, werden sie im Bereich der Urft durch lang anhaltende Regenfälle oder Schneeschmelze verursacht. Und dagegen, so Planer Becker, könne man leider wenig machen.
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