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Meldung:
Kall, 24. Januar 2010
Die Selbstdemontage einer Partei
2009: Das „schwarze Jahr“ der CDU
nach F.A. Heinen, 22.01.10 im Stadtanzeiger

bei der CDU hängt was schief
10. März: Erstes Anzeichen für Verwerfungen zwischen CDU und Landrat: Bei einer Klausur des CDU-Kreisvorstandes hagelt es Kritik am Kreishauschef, der angeblich den CDU-Kurs verlassen habe. Rosenke gelobt im Nachgang Besserung.

Mitte April spricht sich die Blankenheimer CDU gegen die erneute Nominierung von Bürgermeister Rolf Hartmann als Bürgermeister-Kandidaten aus.

Anfang September: Der CDU-Landtagsabgeordnete und Kreisparteichef Clemens Pick verteidigt den von der Landesregierung geplanten Verkauf des Waldes in der Eifel und gerät nachfolgend arg in die Kritik.

Mitte Oktober: Heinz-Willi Junker ist der Bürgermeister-Kandidat des Hellenthaler CDU-Vorstandes. Aber es gibt Gerüchte um einen möglichen Gegenkandidaten Reiner Fingel.

20. Oktober: Sinneswandel bei Pick: Nach heftigem Gegenwind ist der CDU-Chef und Landtagsabgeordnete nun gegen den Waldverkauf, setzt sich aber in Düsseldorf nicht durch. Pick fordert, dass alternativ der Kreis den Wald kaufen soll.

Ende Oktober: Eintrittswelle bei der CDU Hellenthal: 66 neue Mitglieder werden von Fingel angemeldet. Mit deren Stimmen wird Fingel zum Bürgermeister-Kandidaten gewählt. Drei Tage später tritt er nach Anfeindungen wieder zurück.

Ende Oktober: Die Blankenheimer CDU nominiert Hermann-Josef Wassong als ihren Bürgermeister-Kandidaten.

Ende November: Fraktionschef Leo Jakobs wird als CDU-Bürgermeisterkandidat in Schleiden aufgestellt.

Ende Dezember: Rosenke gibt bekannt, dass der Kreis den Wald nicht kaufen könne. Das bringt Pick und einige Leute aus seinem Umfeld erheblich in Rage.
2009

13. Januar, 22 Uhr: Abends fällt in kleinem Kreis die Entscheidung, dass Pick parteiintern gegen Rosenke als Landratskandidat antreten soll. Rosenke erfährt am folgende Vormittag durch einen Anruf des „Kölner Stadt-Anzeiger“ von dem Mitbewerber. Er ist entsetzt und bezeichnet in der Folge Pick als „Lügner“, relativiert diese Äußerung jedoch später.

23. Januar: Rosenke unterliegt bei der Abstimmung über den Landratskandidaten in Gemünd knapp gegen Pick. Der ist damit offiziell der Landratskandidat der Union.

Anfang Februar: Der Hellenthaler Parteivorstand schlägt erneut Heinz-Willi Junker als Bürgermeister-Kandidat vor, aber der Bewerber passt. Er will nicht „Kandidat zweiter Wahl“ sein.

Anfang Februar: Rosenke greift den Fehdehandschuh auf, den ihm Pick hingeworfen hat. Er kündigt seine parteilose Bewerbung als „Bürgerlandrat“ an und tritt aus der CDU aus.

Mitte März: Rolf Hartmann gibt seine parteilose Kandidatur für den Bürgermeisterposten in Blankenheim bekannt.

Ende März: Die Hellenthaler CDU verzichtet auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten. CDU-Vordenker Leo Lennartz feuert derweil eine verbale Breitseite gegen Pick ab.

Mitte April: Der Mechernicher Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick wirft sich für Pick in die Bresche. In der Folge wird Schick vom Weilerswister Bürgermeister Armin Fuß (CDU) heftig attackiert.

Mitte Mai: Clemens Pick gibt nach vielfältigen Angriffen auch aus den eigenen Reihen entnervt auf. Er tritt als Landratskandidat und als CDU-Kreisparteichef zurück, das Desaster der Union ist perfekt.

Armin Fuß wird zur gleichen Zeit als CDU-Bürgermeisterkandidat in Weilerswist aufgestellt.

Mitte Juni: Die CDU verzichtet erstmals auf einen eigenen Landratskandidaten, Detlef Seif tritt die Nachfolge Picks als Parteichef an und markiert damit einen Generationenwechsel.

Mitte August: Vier Blankenheimer Ortsvorsteher unterstützen öffentlich die Kandidatur des parteilosen Hartmann - gegen ihren eigenen Kandidaten Wassong.

Ende August: Rosenke wird bei der Kommunalwahl zum Landrat gewählt, die CDU gleichzeitig gnadenlos abgestraft. Sie bekommt nur noch 41,77 Prozent der Stimmen für den Kreistag.

Bürgermeister Fuß wird abgewählt, an seine Stelle tritt SPD-Mann Peter Schlösser.

Die CDU bekommt im Hellenthaler Gemeinderat nur noch 35,35 Prozent, neuer Bürgermeister ist der parteilose Rudi Westerburg.

In Blankenheim regiert der parteilose Rolf Hartmann das Rathaus.

Der Schleidener CDU-Bürgermeisterkandidat Leo Jakobs verliert klar gegen den parteilosen Ralf Hergarten.

Ende Oktober: Der Schleidener CDU-Stadtverbandsvorsitzende Klemens Reimann tritt zurück. Wenige Tage später folgt CDU-Fraktionschef Leo Jakobs.

Drei Mechernicher CDU-Kreistagsabgeordnete spalten sich ab, zwei kehren später in die Fraktion zurück.

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