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 |  |  |  | Kall, 19. Februar 2010
 |  | | Produktion umweltfreundlichen Stroms - aber auch leider viel Lärm
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|  |  | | unmittelbar hinter diesem Windrad sind die ersten Golbacher Häuser
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|  |  | Seitdem hagelt es im Rathaus Beschwerden und Vorwürfe, weil sich die Bürger von der Gemeinde im Stich gelassen fühlen. Sie hatte bereits im vergangenen Jahr ihre Hilfe bei der Minimierung der durch die Windmühlen erzeugten Belastungen zugesagt. Allerdings beklagen die Golbacher, dass die Unterstützung der Gemeinde im Kampf gegen Lärmentwicklung und Schattenwurf „mehr als bescheiden“ ausgefallen sei.
Im Abstimmung mit der Unteren Umweltschutzbehörde des Kreises Euskirchen und dem Betreiber der Windmühlen ist eine Hamburger Niederlassung der Firma Dekra mit der Schallmessung beauftragt worden. Diese Messungen, so berichtete gestern Kreispressesprecher Walter Thomaßen, können nur von wenigen Instituten vollzogen werden. Die Dekra in NRW könne dies nicht leisten.
Die Messungen, so Thomaßen, seien an zwei Tagen im Herbst vergangenen Jahres durchgeführt worden. Inzwischen liege dem Kreis auch ein Zwischenbericht zu den Messungen vor. Mit dem vollständig ausformulierten Bericht sei nicht vor März zu rechnen. In der Ausschusssitzung am Donnerstag werde die Dekra Einzelheiten zu dem Gutachten bekanntgeben.
So steht es auch in der Sitzungsvorlage der Gemeindeverwaltung für Donnerstag. Vom Inhalt des Zwischenberichts oder vom Ergebnis der Messung ist allerdings kein Wort zu lesen. „Da es sich um einen Zwischenbericht handelt, ist eine abschließende Bewertung seitens der Unteren Umweltbehörde nicht möglich“, heißt es. Dennoch ist in Golbach bereits durchgesickert, dass die Messergebnisse für die betroffenen Bürger alles andere als positiv sind.
Auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ gab die Untere Umweltbehörde beim Kreis gestern bereitwillig Auskunft über den Zwischenbericht: Nach Auswertung der Messungen komme die Dekra zu den Ergebnis, dass im Windpark „Honderberg“ alle Grenzwerte eingehalten würden und keine Überschreitungen festgestellt worden seien.
Allerdings sei dieser Zwischenbericht noch kein Evangelium, hieß es bei der Kreisverwaltung. Sobald die endgültige Fassung des Gutachtens vorliege, werde es noch vom Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz NRW überprüft. Ein wichtiges Kriterium dieser Prüfung sei die Frage, ob die Messstellen richtig gewählt worden seien, so Kreispressesprecher Walter Thomaßen.
Und gerade diese Frage beschäftigt derzeit die Golbacher. Dass die Dekra eine Messstelle in der Oberstraße 55 ausgewählt habe, bezeichnen sie als „Frechheit“. Das Haus liege im Wind- und somit auch im Lärmschatten. Die Ingenieure hätten in den Baugebieten „Spelzberg“ oder „Auf der Kegelbahn“ messen müssen. Dies hätte zu ganz anderen Ergebnissen geführt.
Sollte die Messung an einer geräuschabgeschirmten Stelle erfolgt sein, sei das ein Skandal, so SPD-Ratsherr Karl Vermöhlen. Auch er habe über Umwege Teilkenntnisse vom Inhalt des Gutachtens bekommen. Vermöhlen: „Das, was ich verstanden habe, gibt mir das Gefühl, dass so lange gerechnet wird, bis es passt.“
Anträge eingereicht
SPD und FDP haben Anträge an Bürgermeister Herbert Radermacher gerichtet, den Windpark-Betreibern aufzufordern, umgehend „drastisch lärmsenkende Maßnahmen“ zu ergreifen, um eine erträgliche Situation für die betroffenen Bürger zu schaffen. Die FDP weist darauf hin, dass die Gemeinde ihrer Verpflichtung nicht nachkomme, Lärmkarten in verständlicher Darstellung zu veröffentlichen. „Für die Gemeinde Kall sind keine Angaben verfügbar“, bemängelt es FDP-Fraktionssprecher Dr. Manfred Wolter.
Die SPD räumt ein, die Errichtung der Windräder mit beschlossen zu haben. Allerdings, so Fraktionschef Erhard Sohn, sei in vorgelegten Gutachten die Lärmbelästigung für die Menschen verharmlost, wenn nicht sogar bewusst falsch dargestellt worden. Inzwischen sei den Anliegern, abgesehen von gesundheitlichen Beeinträchtigungen, ein immenser wirtschaftlicher Schaden entstanden. Immobilien und Baugrundstücke seien bis zur Unverkäuflichkeit abgewertet.
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