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Pressespiegel:
Kall, 26. Februar 2010
Lebhafte Diskussion über Anträge der SPD und FDP
Windpark Golbach-Honderberg: „Ohrenbetäubende Knalleffekte“
Von Gudrun Klinkhammer, 26.02.10, 18:33h

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Sohn: „Ich habe der Prognose für den Windpark auf dem Honderberg vertraut, doch jetzt fühle ich mich verschaukelt.“ Rainer Hass (FDP) äußerte den Verdacht, dass schwere Verfahrensfehler vorlägen.

Sowohl die SPD als auch die FDP zweifeln die seit kurzem vorliegende Schallmessung an. Zudem stellen sie die Prognose, die vor der Errichtung des Windparks aufgestellt wurde, massiv infrage. Sohn: „Die Prognose, die uns vor einigen Jahren vorgelegt wurde, stimmt mit den realen Verhältnissen nicht überein.“ Die Windräder hätten sich als vermögensschädigend erwiesen und die Lärmbelästigung sei gesundheitsschädigend und nicht hinnehmbar.

Die Schallmessungen hätten bis Ende August 2009 vorliegen müssen. Stattdessen sei im November eine Messung von knapp zwei Stunden zwischen 5 und 7 Uhr bei untypischer Windrichtung in der Oberstraße 55, einem Punkt im Wind- und damit im Lärmschatten der Räder, durchgeführt worden, wie der Golbacher Friedhelm Hennes als sachkundiger Bürger auffächerte. „Diese Messung ist ein Witz“, so Sohn. Statt Abhilfe, die unter anderem der ehemalige Golbacher Ortsvorsteher Bert Reißdörfer (CDU) versprach, erfahren die betroffenen Bürger nur Verzögerungstaktiken des Betreibers Energiekontor aus Bremen, der Gemeinde und des Kreises, wie Uwe Schmitz (SPD) anmerkte. „Es wird nur auf Zeit gespielt, dabei war es im Juli und August des vergangenen Jahres an den betroffenen Stellen besonders laut, da hätte man sehr gut messen können“, fügte Hennes hinzu. Ton- und Impulshaltigkeit seien auch nicht berücksichtigt worden, legte Hass noch eins oben drauf.
Wie in Pearl Harbor

Dabei donnere 41 Mal pro Minute ein Rotorblatt am Mast eines Windrades vorbei, wusste Hennes zu berichten. Der Schall fällt besonders bei Südwestwind, der die meiste Zeit in der Eifel herrscht, ins Golbacher Tal. „Die Obergolbacher kommen sich zeitweise vor wie in Pearl Harbor“, meinte Hennes.

Der sachkündige Bürger (Anm.: der SPD-Fraktion) aus Golbach fand weiter heraus, dass Holger Pasch, der die Messung für die Dekra im Auftrag des Windparkbetreibers im vergangenen Herbst durchgeführt hatte, bis 2007 für die Firma Windtest Grevenbroich GmbH gearbeitet hatte. In dieser Funktion hatte er damals selbst die Prognose aufgestellt, die er nun für die Dekra absegnete. „Es kann nicht sein, dass der selbe Clan, der die Windräder aufstellt, sich dann auch noch selbst überprüft. Ich werde alles in Frage stellen.“

Pasch beschrieb in der Prognose, dass der Windpark 2,7 Kilometer südostlich der Ortschaft Schleiden liege. Die nächste Ortschaft nördlich der Windräder sei Broich (Prognose-Abstand: 2,5 Kilometer), die Oleftalsperre liege in zwölf Kilometern Entfernung. „Golbach mit einem Abstand von 619 Metern zu den Windrädern wird gar nicht genannt“, so Hennes. Ein Abstand von 1500 Metern zu einer Ortschaft müsse aus Emissionsgründen normalerweise eingehalten werden. Die Verantwortlichen des Kreises, Achim Blindert und Arno Rennert-Woelke, und ebenso Holger Pasch beteuerten hingegen immer wieder den ordnungsgemäßen Zustand der Anlagen.

Hennes forderte die sofortige Stilllegung, insbesondere der beiden nach Golbach zugewandten Räder. Eckhard Fiebrich (Bündnis 90 / Die Grünen) forderte gar den Rückbau, nachdem seine Parteikollegin Marion Engels die Geräusche vor Ort als „ohrenbetäubende Knalleffekte“ beschrieb, die sie fassungslos gemacht hätten. (...)

Der Ausschuss forderte die Genehmigungsbehörde letztendlich per Beschluss auf, die Erlaubnis für den Betreiber der Windenergieanlagen am Honderberg sofort und so lange ruhen zu lassen, bis die Rechtskonformität nach den Bestimmungen des Windkrafterlasses des Landes Nordrhein-Westfalen in allen Punkten hergestellt sei.

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