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 |  |  |  | Kall, 25. Februar 2010
 |  | | Die Schulpolitik von Schwarz-Gelb in Düsseldorf ist ein Desaster
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|  |  | | Frau Sommer kann es nicht: Wähler schickt sie in die SOMMER-Ferien!
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|  |  | Ihrem Ärger Luft machte vor allem die Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule in Kall, Anne Dobring: „Ich muss aufpassen, dass ich nicht zu viel sage, aber die derzeitige Schulpolitik ist sehr fragwürdig“, ließ die engagierte Pädagogin verlauten. Es gebe bezüglich der personellen Ausstattung der Schule keine Verlässlichkeit mehr. Wenn sich das fortsetze, könne die Schule irgendwann ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen.
Bei der dünnen Personaldecke wirkten sich Krankheitsfälle fatal aus, Lehrpläne müssten von Woche zu Woche geändert werden. Es sei keinerlei Kontinuität mehr gegeben. „Irgendwann haben die Kollegen keine Lust mehr“ umschrieb Dobring die Situation an der dreizügigen Grundschule, in der 17 Lehrkräfte 274 Schüler unterrichten und 55 Kinder ganztags betreut werden.
„Einige können nicht mehr“
Eine Lehrkraft sei nach Rheinland-Pfalz abgewandert, zwei Kolleginnen seien schwanger, neue Lehrkräfte zu bekommen sei fast nicht möglich. Dies alles führe dazu, dass es kaum noch möglich sei, Qualität an der Schule zu leisten, so Dobring: „Wir sind echt so weit, dass einige Kollegen nicht mehr können.“
Den Einwurf von Ausschussmitglied Karl Vermöhlen, dass sich die Landesregierung immer mit der Einstellung zusätzlicher Lehrkräfte rühme, entkräftete Anne Dobring: „Wenn es heißt, dass wir mehr Lehrer bekommen haben, dann sind das Kollegen, die für pensionierte Pädagogen eingestellt werden.“
„Ich weiß noch nicht, wie ich im nächsten Schuljahr parat kommen soll“, ergänzte die Grundschulleiterin: „Ich habe nicht immer das Gefühl, dass es hier mit dem viel beschworenen Wohl unserer Kinder wirklich ernst gemeint ist.“
Weniger mit personellen Problemen als mit wachsenden Aufgaben hat die Grundschule in Sistig zu kämpfen, wie deren Leiterin Heike Alfeis berichtete. Sie bedauerte, dass ihre Schule keine einzige männliche Lehrkraft mehr habe. „Da muss was dran getan werden“, so die Schulleiterin. Immer mehr Raum nehme die Erziehungsarbeit ein, die viele Eltern an die Schule abgäben.
Die Belastung der Lehrkräfte sei extrem, weil für zusätzliche Aufgaben der Schule keine zusätzlichen Stunden zur Verfügung stünden. Insgesamt unterrichten neun Lehrkräfte in Sistig 183 Schüler. 28 Kinder werden im offenen Ganztag betreut.
„Auch in Steinfeld ist die Personalsituation nicht erfreulich“, beklagte der Leiter des Hermann-Josef-Kollegs, Heinrich Latz. Als Privatschule müsse sich das Gymnasium selbst um die Einstellung von Lehrkräften kümmern. „Ich habe im letzten Jahr 28 Kollegen angesprochen, und kein einziger wollte in die Eifel kommen.“ Latz bestätigte, dass zusätzliche Aufgaben die Lehrkräfte außerordentlich belasten, ja sogar krank machen: „Ich habe noch nie erlebt, dass Kollegen so oft krank waren wie in der heutigen Zeit.“
Mensa für 100 Schüler
Als kleine und überschaubare Schule schilderte Rektor Alois Hück seine Hauptschule in Kall, in der 18 Lehrkräfte 245 Kinder unterrichten. Im nächsten Jahr gehe die Schule mit fünf Klassen in den Ganztag. „Wir freuen uns auf den Bau der Mensa, in der dann jeden Tag 100 Schüler zu Mittag essen können.“ Mit Hinweis auf die Erstellung eines interkommunalen Schulentwicklungsplanes forderte Hück: „Wir brauchen in Kall eine Schulform, in der die Kinder ihre schulischen Wurzeln schlagen können - egal wie diese Schulform heißt.“
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