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 |  |  |  | Kall, 10. Juni 2010
 |  | | Schwarz-Gelb in Berlin in der Sackgasse
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|  |  | Es geht ein Gespenst um in Berlin. Das heißt nicht „Erlkönig“, sondern: Ende der bürgerlichen Koalition, kaum dass sie begonnen hat. Kein Zweifel. Zur Endzeitstimmung trägt die Aufgeregtheit der Medien ein gerüttelt Maß bei. Zwar mögen die Krisensymptome übertrieben werden. Ausgedacht jedoch sind sie nicht. Diese Koalition leidet an sich selbst doch am meisten.
Am schlimmsten: Das Misstrauen auf der einen, die Überheblichkeit auf der anderen Seite. Das hat schon die Koalitionsverhandlungen geprägt. In den Monaten danach sind sie eher stärker als schwächer geworden. Die Unionsparteien schauen hochnäsig auf den kleinen Partner herab. Diese Grünlinge! Kommen mit vierzehnkommmaund Prozent anmarschiert und meinen, die Welt verändern zu können. Die sollen erst mal regieren lernen! Die FDP wiederum untersucht jede Geste des größeren Partners und sieht immer nur dasselbe: Die gönnen uns unsere (prozentuale) Stärke nicht. Dass ihr eigener Vorsitzender mit schrillem Dogmatismus die FDP am meisten geschwächt hat - diese Einsicht dämmert den Liberalen erst langsam. Sei's drum. Die „Wunschkoalition“ ist im Rekordtempo zur zerrütteten Horrorehe mutiert.
Kann sich noch jemand erinnern, wie oft sie einen Neustart angekündigt haben? Immer deutlicher wird, wie offenbar falsch es war, Entscheidungen, unbequeme zumal, mit Rücksicht auf die NRW-Wahl zu verschieben. Nötig geblieben sind sie, nur dass der Druck immer stärker geworden ist. (...) Neustart? Umsteuern würde ja schon reichen. Leider passt ein anderes Goethewort: „Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“
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