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Kall, 03. Juli 2010
Klage gegen Windpark Honderberg
Golbacher Bürger klagt mit Rechtschutz
Kommt nun endlich frischer Wind ind dahin dümpelnde Sache?

Kall-Golbach - Der Golbacher Johannes Thur hat vom Lärm der Windräder am Honderberg endgültig die Nase gestrichen voll: Er hat beim Aachener Landgericht einen Antrag auf ein Beweisverfahren gestellt. Ein neutraler Gutachter soll nun klären, ob die insgesamt fünf Windräder, die rund 700 Meter vom Haus des Klägers entfernt stehen, zu laut sind. Thurs Rechtsschutzversicherung hat sich bereit erklärt, den derzeitigen Streitwert von 35 000 Euro abzusichern.

2004 zog der 31-Jährige gemeinsam mit seiner Familie in ein damals noch sehr ruhig gelegenes Haus „Auf der Kegelbahn“. Schon die Probeläufe der Räder Ende 2008 ließen Familie Thur, ebenso wie viele andere Familien in Obergolbach, Broich, Frohnrath und Sistig, aufschrecken. Johannes Thur: „Derart laut hatten wir uns das nicht vorgestellt.“

Anrufe und Beschwerden sowohl bei der Gemeindeverwaltung in Kall als auch bei der Kreisverwaltung in Euskirchen fruchteten nicht. Vor sechs Wochen stellte der Kreis den Golbachern ein Messgerät zur Verfügung, dessen Messergebnisse vor Gericht allerdings keinen Bestand haben. Statt der versprochenen sechs Wochen verblieb das Messgerät vier Wochen in Golbach, davon zwei Wochen lang bei Johannes Thur auf einem Laubendach neben dem Wohnhaus.

Thur löste das Gerät zwei Mal nachts aus, die Werte lagen bei 42 und 43 Dezibel. Statt der fünf liefen an diesen beiden Messterminen sogar nur vier Räder, das Windrad „WKA 3“ stand still. Wären alle fünf Räder in Betrieb gewesen, wäre der Lautstärkepegel noch höher gewesen.
40 Dezibel erlaubt

40 Dezibel in der Nacht sind die vorgeschriebene Höchstgrenze. Laut der im Planungsprozess angestellten Berechnungen des Betreibers „Energiekontor“ sollen sogar nur 35 Dezibel am Haus der Familie Thur ankommen. Thur: „Das große Problem hier ist die Tallage.“ Der Schall fängt sich im Golbacher Tal, verbreitet sich echoartig und wird unter Umständen, je weiter er sich von den Rädern entfernt, auch noch kontinuierlich lauter.

Was Johannes Thur ebenfalls zur Weißglut bringt: Die abschließende Messung des Betreibers im vergangenen November ist seiner Meinung nach nicht in Ordnung. Thur: „Ich erfragte die Data-Logs der Messung, als unleserliche Datei erhielt ich die Werte vom Betreiber per Mail.“ Nachdem Thur mit fachkundiger Hilfe die Werte wieder lesbar gemacht hatte, kam er aus dem Staunen nicht mehr heraus. Thur: „Die Messwerte waren am 14. November um 5 Uhr viel zu hoch. Daraufhin wurden die Mühlen aus dem Wind herausgedreht.“

Thur fordert die Abschaltung der Windräder in der Nacht, zudem an Sonn- und Feiertagen. Auch die gesetzlich vorgeschriebene Grenze von 40 Dezibel sei noch zu laut. Bei Hitze könne er in den Kinderzimmern die Fenster nicht öffnen.

Andere Golbacher haben inzwischen Petitionen beim Landtag eingereicht und hoffen nun, dass von dieser Seite aus endlich Hilfe kommt.

http://www.euskirchen-online.ksta.de/html/artikel/1277385916218.shtml


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